Die Zeitung hatte in den vergangenen Monaten die größten Airbnb-Anbieter in Antwerpen, Brügge, Brüssel und Gent untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass sich hinter Tausenden Inseraten nicht nur Privatpersonen, sondern auch Ein-Mann-Unternehmen und große Immobiliengesellschaften verbergen. Weil einige Vermieter offenbar unter falscher Identität auftreten, wollte die Redaktion testen, wie streng Airbnb seine Nutzer tatsächlich überprüft.
Das Ergebnis: Innerhalb weniger Minuten konnte im April ein Konto auf den Namen von Bart De Wever erstellt und die Rue de la Loi 16 mit Fotos aus Wikipedia sowie von der Internetseite der Gebäudeverwaltung zum Mietobjekt erklärt werden. Unter dem Namen „Law Street Lodge“ wurde die Unterkunft mit dem Werbeslogan „Ein idealer Ausgangspunkt für einen unvergesslichen Aufenthalt in Brüssel“ beworben.
Nach Angaben der Zeitung gingen während der folgenden zwei Monate mehrere Buchungsanfragen ein, die jedoch allesamt bewusst abgelehnt wurden. Erst nachdem „De Standaard“ Airbnb selbst über den Test informiert hatte, wurde das Konto gelöscht und eine interne Untersuchung eingeleitet.
Airbnb betonte in einer Stellungnahme, dass Vermieter ihr Geld grundsätzlich erst 24 Stunden nach dem Einchecken der Gäste erhalten. Eine Erklärung dafür, weshalb die Identitätsprüfung so leicht umgangen werden konnte und warum der Name des Premierministers sowie die Adresse seines Amtssitzes wochenlang ohne Beanstandung genutzt werden konnten, blieb das Unternehmen allerdings schuldig. (belga/calü)

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