Krankenhausverbände schlagen wegen geplanter Reform Alarm

<p>Die belgischen Krankenhausverbände GIBBIS, Santhea, UNESSA und Zorgnet-Icuro warnen vor möglichen Fehlentwicklungen im Zuge der geplanten Reform der Krankenhauslandschaft.</p>
Die belgischen Krankenhausverbände GIBBIS, Santhea, UNESSA und Zorgnet-Icuro warnen vor möglichen Fehlentwicklungen im Zuge der geplanten Reform der Krankenhauslandschaft. | Illustrationsfoto: dpa

Eine Verlagerung medizinischer Leistungen aus den Krankenhäusern in andere Strukturen könne den Zugang zur Versorgung ungleicher machen und eine Zwei-Klassen-Medizin begünstigen, erklärten die vier Verbände am Dienstagmorgen in einer gemeinsamen Mitteilung.

Mit Blick auf die Interministerielle Konferenz, die am Mittwoch stattfindet, riefen sie die Behörden zu größter Vorsicht auf. Hintergrund sind Überlegungen, mehr Leistungen auch außerhalb eines Krankenhauses zu ermöglichen. Die Verbände befürchten, dass zusätzliche unabhängige Einrichtungen parallel zum Krankenhaussystem die Zersplitterung des Gesundheitswesens verstärken könnten – obwohl die Reform gerade darauf abzielt, diese Fragmentierung zu verringern. Zwar müssten auch nicht-klinische Anbieter dieselben Normen in puncto Pflegequalität, Organisation und Sicherheit einhalten wie Krankenhäuser. Nach Einschätzung der Verbände könnte dies jedoch zur Entstehung privater Tageskliniken außerhalb der Krankenhäuser führen, die vor allem zahlungskräftigen Patienten offenstehen.

Problematisch sei zudem, dass den Kliniken vor allem standardisierte Tätigkeiten entzogen werden könnten. Dadurch drohe das organisatorische und finanzielle Gleichgewicht der Krankenhäuser aus den Fugen zu geraten. Auch für die Ausbildung von Ärzten hätte dies Folgen. Wenn Basisleistungen oder bestimmte Eingriffe zunehmend aus den Krankenhäusern verschwänden, nähmen die Lernmöglichkeiten für angehende Ärzte ab. Jede Reform müsse daher sicherstellen, dass Krankenhäuser Ärzte gewinnen und dauerhaft an sich binden können. (belga/nico)

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