Die CTIF wurde 1993 gegründet und bekämpft Geldwäsche sowie Terrorismusfinanzierung. Sie wird auf Grundlage von Meldungen über verdächtige Transaktionen tätig. Mehr als die Hälfte dieser Meldungen kam zuletzt von Zahlungsinstituten. Kreditinstitute, also Banken, machten knapp 40 Prozent der Meldungen aus. Weitere Hinweise kamen unter anderem von Glücksspielanbietern, Notaren, Buchhaltern und Lebensversicherern.
Insgesamt erhielt die CTIF im vergangenen Jahr 102.312 Mitteilungen. Dazu zählen Meldungen über verdächtige Vorgänge, Gelder oder Fakten sowie Informationen ausländischer Partnerstellen und staatlicher Dienste. 2024 waren es noch 91.487 Mitteilungen. Die Zahl steigt seit Jahren und hatte 2022 erstmals die Marke von 50.000 überschritten.
Der Anstieg ist vor allem auf Zahlungsinstitute zurückzuführen. Sie übermittelten knapp 52.000 Meldungen und damit fast 10.000 mehr als im Vorjahr. Die CTIF weist jedoch darauf hin, dass einige dieser Anbieter ihre Zahlungsdienste von Belgien aus auch Kunden in anderen EU-Ländern anbieten. Mehr als 90 Prozent dieser Meldungen würden deshalb an europäische Partnerstellen weitergeleitet, weil kein direkter Bezug zu Belgien bestehe.
CTIF-Präsident Philippe De Koster wertet die steigende Zahl der Meldungen als Zeichen für eine stärkere Beteiligung der verpflichteten Akteure im Kampf gegen Geldwäsche. Kriminelle Geldwäscher nutzten immer wieder neue Methoden, suchten aber vor allem nach Wegen, Geld möglichst sicher und günstig zu waschen.
Die 1.334 an die Justiz weitergeleiteten Akten standen unter anderem im Zusammenhang mit Drogenhandel, Betrug, Sozialbetrug oder schwerem Steuerbetrug. Zum Vergleich: 2024 waren es 1.347 Akten mit einem Gesamtwert von 1,96 Milliarden Euro, 2023 waren es 1.316 Akten mit 2,43 Milliarden Euro.
Auch die Terrorbedrohung blieb 2025 nach Einschätzung der CTIF hoch. Die wichtigste Gefahr gehe laut Sicherheits- und Nachrichtendiensten weiterhin von kleinen Zellen und Einzeltätern aus, die von der Ideologie des Islamischen Staates inspiriert seien. Dies spiegele sich auch in den an die Staatsanwaltschaften übermittelten Akten zur Terrorismusfinanzierung wider.
Der Bericht hebt zudem die Rolle professioneller Geldwäscher hervor. Diese agierten etwa als informelle Bankiers, Geldkuriere oder Logistiker und nutzten Firmenstrukturen, um Geldwäsche zu verschleiern. Nach Einschätzung von De Koster sollte deshalb auch die schnelle Auflösung von Scheinfirmen stärker in den Blick genommen werden. (belga/rt)

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