Ziel des Plans ist es, Hitze- und Ozonspitzen frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen vorzubereiten, um die Auswirkungen auf die Gesundheit zu begrenzen. Besonderes Augenmerk gilt dabei gefährdeten Personen.
Seit einigen Tagen trifft eine außergewöhnliche Hitzewelle Belgien. Sie dürfte mindestens bis Sonntag anhalten. Am Dienstag könnten die Temperaturen bereits örtlich 32 Grad erreichen, vor allem im äußersten Süden des Landes. Ab Mittwoch werden in den meisten Regionen Höchstwerte von 35 Grad und mehr erwartet. Für fast das ganze Land soll dann Warnstufe Orange gelten. Auch nachts bleiben die Temperaturen ungewöhnlich hoch.
Am Wochenende könnte ein Gewittersystem für einen leichten Temperaturrückgang sorgen. Zugleich wird für die kommenden Tage eine außergewöhnlich hohe Ozonkonzentration in der Luft erwartet.
Das Nationale Krisenzentrum, das föderale Gesundheitsministerium, das Königliche Meteorologische Institut und weitere Partner hatten sich am Dienstagmorgen beraten. Dabei wurden auch Empfehlungen an die Bevölkerung formuliert.
Empfohlen wird unter anderem, ausreichend zu trinken, ohne erst auf Durst zu warten. Alkohol, stark gezuckerte Getränke und Kaffee sollten vermieden werden. Wer das Haus verlässt, sollte Wasser mitnehmen, im Freien eine Kopfbedeckung tragen und direkte Sonne möglichst meiden.
Menschen sollten sich möglichst in kühlen Räumen aufhalten oder Schatten suchen. Personen und Tiere dürfen keinesfalls in geparkten Fahrzeugen zurückgelassen werden. Außerdem wird geraten, Stirn und Nacken regelmäßig zu befeuchten, körperliche Anstrengungen vor allem während der heißesten Tageszeit zu vermeiden und leichte, helle Kleidung zu tragen.
Zu Hause sollten Fenster und Vorhänge auf der Sonnenseite geschlossen bleiben, solange es draußen wärmer ist als drinnen. Gelüftet werden sollte vor allem frühmorgens, abends und nachts.
Wer unter Krämpfen, hohem Fieber, Kopfschmerzen oder Ohnmacht leidet, sollte einen Hausarzt kontaktieren. Bei einer Körpertemperatur von 40 Grad oder mehr soll sofort der Notruf 112 gewählt werden.
Das Krisenzentrum ruft außerdem dazu auf, besonders auf gefährdete Menschen zu achten. Dazu gehören Kinder, chronisch Kranke, ältere Menschen und sozial isolierte Personen. Angehörige, Nachbarn und Bekannte sollten proaktiv nach ihnen sehen.
Für die Mehrheit der Bevölkerung stelle die Hitzewelle trotz ihres außergewöhnlichen Ausmaßes keine unmittelbare Lebensgefahr dar, betont das Krisenzentrum. Für verletzliche Personen könne sie jedoch sehr wohl gefährlich werden.
Nach Angaben des Nationalen Krisenzentrums ist es erst das zweite Mal, dass diese Alarmphase aktiviert wurde. Zuvor war dies im August 2020 der Fall. (belga/rt)

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