Brussels Airport: Arbeitskonflikt bei Aviapartner flammt wieder auf

<p>Brussels Airport: Arbeitskonflikt bei Aviapartner flammt wieder auf</p>
Foto: belga

Die Schlichtungsgespräche unter Vermittlung des föderalen Arbeitsministeriums brachten keine Annäherung. Die Gewerkschaften ACV, ABVV und Synova werfen der Direktion vor, den sozialen Dialog zu untergraben. In einer gemeinsamen Erklärung kritisierten sie, dass die Unternehmensführung „heute keine Zeit für uns hatte“ und ein solches Verhalten „dem Geist des Schlichtungsverfahrens widerspricht und nicht dazu beiträgt, das Vertrauen am Arbeitsplatz wiederherzustellen“.

Bereits am Montag hatte ein spontaner Streik bei den Angestellten von Aviapartner für erhebliche Beeinträchtigungen am Landesflughafen in Zaventem gesorgt. Rund 60 Abflüge von Fluggesellschaften, die für Check-in und Boarding auf die Dienste des Unternehmens angewiesen sind, waren von Verspätungen betroffen.

Nach Angaben der Gewerkschaften ist vor allem der Bereich „Operations“ betroffen. Dieser Dienst koordiniert die Abläufe rund um die Flugzeuge auf dem Vorfeld und sei derzeit zu 95 Prozent lahmgelegt. Mitarbeiter an den Check-in-Schaltern sowie die Beschäftigten in der Gepäckabfertigung arbeiten dagegen weiterhin.

Auslöser des Konflikts sind nach Gewerkschaftsangaben seit Längerem bestehende Spannungen im Unternehmen. Viele Beschäftigte fühlten sich nicht ausreichend gehört, wertgeschätzt oder in Entscheidungen eingebunden. Der sprichwörtliche Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, sei die Einführung eines neuen Vergütungssystems für einen Teil der Angestellten gewesen – und zwar ohne vorherige Konsultation der Sozialpartner.

Mit fünf konkreten Forderungen zu den Themen Entlohnung, Anerkennung der Arbeit und Sicherheit waren die Arbeitnehmervertreter in die Vermittlungsgespräche gegangen. Die Unternehmensleitung habe jedoch keine Verhandlungen über die Inhalte aufnehmen wollen und Gespräche frühestens für die kommende Woche vorgeschlagen, kritisiert die BBTK.

Aviapartner weist diese Darstellung allerdings zurück. Das Unternehmen erklärte am Abend, dass man sich mit den Gewerkschaften Synova, ACV Plus (CNE) und BBTK (Setca) bereits in vier der fünf Forderungspunkte geeinigt habe – trotz erheblicher finanzieller Auswirkungen für den Betrieb.

Lediglich beim fünften Punkt seien noch weitere Berechnungen erforderlich. Die Unternehmensführung habe vorgeschlagen, Anfang kommender Woche darüber zu beraten, was die Gewerkschaften jedoch abgelehnt hätten. Daraufhin sei gemäß den gesetzlichen Vorgaben ein Schlichtungsverfahren eingeleitet worden.

Eigentlich sollten die Gespräche erst am 22. Juni fortgesetzt werden. Um schneller zu einer Lösung zu gelangen und die Auswirkungen auf die Reisenden zu begrenzen, habe Aviapartner das nächste Treffen jedoch auf Donnerstag, den 18. Juni, vorgezogen.

Das Unternehmen appelliert an die Gewerkschaften, die Verhandlungen in einem konstruktiven Geist fortzusetzen. Zugleich kritisiert die Direktion die unangekündigten Arbeitsniederlegungen mitten in der Ferienzeit als unangemessenes Druckmittel gegenüber den Reisenden. (belga/calü)

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