Im Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft (PDG) erkundigte sich der Abgeordnete Frederik Wertz (PFF) im Rahmen der Regierungskontrolle bei Beschäftigungsminister Jérôme Franssen (CSP). Dieser nannte dazu einige Zahlen: Bis 9. Juni wurden demnach insgesamt 137 Einstellungen registriert, die vom sogenannten Arizona-AktiF-Zuschlag profitieren. Das entspreche 96,95 Vollzeiteinheiten, so der Minister.
Die Verteilung ist dabei nahezu ausgeglichen: 69 Beschäftigte gehören zur Gruppe der AktiF-Berechtigten, 68 zur Gruppe der AktiF-PLUS-Berechtigten. Die meisten geförderten Einstellungen erfolgten im Rahmen der allgemeinen Förderung. Diese steht grundsätzlich allen Arbeitgebern offen – also Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und dem nichtkommerziellen Sektor. In der Praxis stammt der Großteil der nutznießenden Arbeitgeber jedoch aus dem privaten kommerziellen Bereich. Zwischen dem 1. Januar und dem 9. Juni wurden in dieser Förderkategorie 92 Neueinstellungen registriert (61,99 Vollzeiteinheiten). Damit entfallen rund zwei Drittel aller geförderten Einstellungen auf diesen Bereich. Weitere 33 Einstellungen wurden bei Vereinigungen ohne Gewinnerzielungsabsicht (VoG) gezählt. Dort entspricht die Förderung 26,73 Vollzeiteinheiten. Für die lokalen Behörden liegen bislang lediglich Daten für das erste Quartal vor. In diesem Zeitraum wurden zwölf Einstellungen gemeldet (8,23 Vollzeiteinheiten), wie der Bildungsminister weiter mitteilte. Eine Auswertung nach einzelnen Berufs- oder Tätigkeitsfeldern erfolge nicht. Die Erfassung unterscheide vielmehr zwischen allgemeiner Förderung und besonderer Förderung für projektgebundene Stellen bei VoG, öffentlichen Einrichtungen und lokalen Behörden. Für eine erste Bewertung zog der Bildungsminister einen Vergleich mit dem ersten Trimester 2025 heran.
Mehr Einstellungen trotz unterschiedlicher Entwicklung
Das Bild falle differenziert aus. Während in der allgemeinen Förderung neun Einstellungen weniger verzeichnet wurden als im Vorjahr, wurden im projektgebundenen Bereich elf zusätzliche Einstellungen registriert. Insgesamt ergibt sich damit ein leichter Zuwachs von zwei Einstellungen gegenüber dem Vergleichszeitraum. Besonders aufmerksam verfolgt die Regierung die Entwicklung bei den AktiF-PLUS-Profilen. Im ersten Trimester 2026 wurden deutlich mehr Personen mit größeren Vermittlungshemmnissen eingestellt als im Vorjahr. „Gerade diese Verschiebung ist aus arbeitsmarktpolitischer Sicht positiv zu bewerten“, erklärte Franssen. Sie zeige, dass die gezielte Anhebung der Zuschüsse ihre beabsichtigte Wirkung entfalte und Arbeitgeber stärker dazu motiviere, auch Menschen mit komplexeren Vermittlungshemmnissen einzustellen. Dass AktiF-PLUS-Berechtigte mittlerweile rund die Hälfte aller geförderten Einstellungen ausmachen, bezeichnete der Minister im Rahmen der Parlamentssitzung als „bemerkenswerte Entwicklung“. Dies unterstreiche die zunehmende Wirksamkeit der Förderinstrumente und deren Bedeutung für die Integration benachteiligter Personengruppen in den Arbeitsmarkt, fügte der CSP-Politiker in seinen Ausführungen hinzu. Gleichzeitig warnte er vor voreiligen Schlüssen. Die vorliegenden Zahlen seien lediglich eine Momentaufnahme. „Eine abschließende Bewertung ist daher zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht angezeigt“, erläuterte Franssen. In seiner Replik zeigte sich Frederik Wertz vorsichtig zuversichtlich. Die ersten Zahlen zeigten, dass die durchgeführte Reform in die richtige Richtung gehe. Zur Zurückhaltung mahnte hingegen Andreas Jerusalem (Ecolo). Es sei noch zu früh für „Friede, Freude, Eierkuchen“. (sc)

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