Acht Monate lang war Tiesj Benoot „out“. Den führeren Edelhelfer von Jonas Vingegaard und Wout van Aert bei Visma – Lease a bike (bzw. Jumbo-Visma) hatte ein Bandscheibenvorfall zurückgeworfen, im Februar unterzog er sich einer Operation. Nun sitzt er wieder auf dem Sattel – auch für sein neues Team. Seit dieser Saison fährt der 32-Jährige für den französischen Rennstall Decathlon CMA CGM, unterschrieb dort im vergangenen September einen Vertrag über drei Jahre.
„Ich freue mich total, die Saison 2026 starten zu können. Es war speziell, die Klassiker vor dem Fernseher zu verfolgen und zu sehen, wie das Team, mit dem ich noch im Trainingslager gewesen war, gute Resultate bei der Tour Auvergne-Rhône-Alpes einfuhr“, gab Tiesj Benoot zu, dessen letztes Rennen mit der Lombardei-Rundfahrt am 11. Oktober fast ein Dreivierteljahr her ist: „Ich habe fast vier Wochen in der Sierra Nevada verbracht. Das war wichtig, um wieder zu meinem Topniveau zurückzufinden.“
Das braucht er auch, denn vom heutigen Mittwoch bis zum Sonntag steht mit der Schweiz-Rundfahrt eines der wichtigsten Etappenrennen zur Vorbereitung auf die Tour de France auf dem Programm. Gemeinsam mit Sander De Pestel, den Franzosen Jordan Labrosse und Paul Lapeira sowie den Australiern Oscar Chamberlain und Callum Scotson stellt sich Tiesj Benoot in den Dienst von Teamkapitän Matthew Riccitello (USA.).
Der Topfavorit kommt aber natürlich aus Slowenien: Tadej Pogacar, der mit seinem fünften Toursieg zu den Rekordgewinnern aufschließen kann, hatte nach seinem Triumph Ende April bei Lüttich-Bastogne-Lüttich pausiert und sehnt nun den geliebten Wettkampf herbei. „Die Tour rückt näher, die Energie kommt zurück“, sagt er. Bei der Tour de Suisse kann sich Pogacar vor allem auf der Schlussetappe energievoll austoben: Gleich dreimal geht es dann über den Col de la Croix – ein Härtetest par excellence, dann nicht einmal zwei Wochen vor dem Tour-Auftakt. Aber auch der Niederländer Mathieu van der Poel geht an den Start, unter anderem unterstützt von Emiel Verstrynge.
Abgesehen von Pogacar und van der Poel wird sich die Prominenz erst in Barcelona erstmals in diesem Jahr im Renntempo begegnen, bis dahin haben sie konträre Ansätze gewählt. Frankreichs Wunderkind Paul Seixas bestritt in der Vorwoche die schwere Tour Auvergne-Rhone-Alpes (und stürzte dabei schwer), Jonas Vingegaard reist nach furiosem Giro-Sieg ohne weiteren Test zur Tour, auch Remco Evenepoel verzichtet auf eine Generalprobe. (belga/sid/tf)

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