Edle Smokings mit Leopardenschärpe, dazu coole Sonnenbrillen in selbstbewussten Gesichtern – der erste WM-Auftritt der Demokratischen Republik Kongo saß. Bei der Ankunft in Houston verströmten die Zentralafrikaner eine Zuversicht und Leichtigkeit, die angesichts der schlimmen Nachrichten aus der Heimat und einer beeinträchtigten Vorbereitung nicht unbedingt zu erwarten war. Die Ebola-Epidemie in der Heimat der „Léopards“ wirkte sich deutlich auf das Team um Kapitän Chancel Mbemba aus, das am Mittwoch (19 Uhr) gegen Geheimfavorit Portugal als Außenseiter in die WM startet.
Vor 52 Jahren, damals noch als Zaire, standen Profis des armen Landes zuletzt auf der größten Fußball-Bühne. Nun mussten sie viel auf sich nehmen, um sich den WM-Traum zu erfüllen. Vor dem Flug in die USA stand eine 21-tägige Isolation in Belgien an, ein geplantes Trainingslager in der Heimat wurde absagt und ein Testspiel von Spanien nach Frankreich verlegt.
„Wir konzentrieren uns auf unsere Arbeit, wir sind Profis, und manchmal ist der Weg nicht einfach. Das ist für uns kein Problem“, sagte der französische Trainer Sébastien Desabre, der Pragmatismus vorlebte und seine Mannschaft in der Pflicht sieht: „Wir sind Botschafter des Kongo. Die Welt soll eine Mannschaft sehen, die stolz ist und niemals aufgibt.“
Fans aus dem Kongo dürfen ihre Mannschaft nicht bei der WM begleiten. Sie hoffen aus der Ferne auf positive Momente in schwierigen Zeiten. Denn die tödliche Epidemie, die den Osten der Demokratischen Republik heimgesucht hat, breitet sich laut jüngster Angaben von Vertretern der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weiter aus. Laut Deutschlandfunk sind inzwischen mehr als 780 Fälle registriert worden, die Todeszahl stieg auf 181. Es gibt weder einen Impfstoff noch eine Behandlung gegen Ebola.
Die Profis, die es nun mit Cristiano Ronaldo und Co. aufnehmen, leben allesamt im Ausland, sind aber dennoch klar „betroffen“ von der Situation, wie es Desabre sagte. Das Ziel ist dennoch groß, das Selbstbewusstsein überhaupt nicht angekratzt. „Wir fahren mit unseren Stärken und unseren eigenen Waffen zur Weltmeisterschaft“, sagte Stürmer Cédric Bakambu: „Man wird mit uns rechnen müssen.“ (sid/tf)

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