Advocaat und der Fußballzwerg: „Wollen in die nächste Runde“

<p>Dick Advocaat</p>
Dick Advocaat | Foto: Photo News

Mit Fußballzwerg Curacao fiebert Dick Advocaat der WM-Premiere des kleinsten Teilnehmers jemals entgegen - und glaubt beim Turnier in den USA, Mexiko und Kanada an das „blaue Wunder“. Schon gegen den Ex-Weltmeister will Advocaat für Furore sorgen. „Hoffentlich werden sie überrascht sein. Und das schon im ersten Spiel“, sagte der Coach vor dem Turnierstart.

Mit einem WM-Coup würde Advocaat im kleinen Inselstaat sein Denkmal vergrößern, das dort ohnehin bereits riesig ist. Sensationell führte der Coach die „blaue Welle“ durch die Qualifikation und sorgte mit der Mannschaft aus vielen in den Niederlanden geborenen Profis für Ekstase. „Was wir geschafft haben, ist besonders“, betonte er. Besonders ist auch die Geschichte von Advocaat, der mit seinen 78 Jahren Otto Rehhagel als ältesten Trainer der WM-Geschichte ablösen wird. „Das spielt bei mir keine Rolle“, sagte er vor dem Auftakt: „Alter - was heißt das schon? Es geht darum, wie du dich fühlst. Und ich fühle mich gut.“ Das war zuletzt nicht immer so. Im Februar, rund 100 Tage vor Turnierbeginn, war der ehemalige belgische Nationalcoach aus heiterem Himmel zurückgetreten, um sich Zeit für seine gesundheitlich angeschlagene Tochter zu nehmen. Auf ihn folgte der frühere Schalke-Coach Fred Rutten. Doch auch Rutten nahm genau einen Monat vor dem Eröffnungsspiel wieder seinen Hut - und Advocaat, dessen Tochter es inzwischen besser geht, kehrte zurück.

Nun zeigt er sich trotz der Rolle als wohl größter Außenseiter überhaupt optimistisch: „Wir wollen in die nächste Runde. Dafür fahren wir da hin“, sagte er bei der Vorbereitung, die im niederländischen Noordwijk stattfand: „Eine Überraschung ist immer möglich. Und eine Überraschung kann schon reichen, um weiterzukommen.“

Dass es gleich zu Beginn gegen Deutschland geht, findet Advocaat „fantastisch. Da wissen wir gleich, wo wir stehen. Du musst ohnehin gegen sie spielen, und da kannst du besser gleich am Anfang gegen sie spielen. Hoffentlich können wir sie im ersten Spiel überraschen.“ Überraschen ist dieser Tage so etwas wie Advocaats Lieblingsformulierung. Er weiß jedenfalls, wie Erfolg geht. In seinen drei Amtszeiten als Bondscoach sammelte Advocaat reichlich Turniererfahrung, führte sein Heimatland bei der WM 1994 ins Viertel- und bei der EM 2004 sogar bis ins Halbfinale. Für einen Titel mit einer Nationalmannschaft reichte es bislang nie.

Dass wird sich auch in diesem Jahr nicht ändern, allein die Teilnahme ist aber schon ein riesiger Erfolg. Und auf Curacao schwärmen sie von ihrem Helden. (mn/sid)

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