Die Vivant-Abgeordnete Elena Peters wollte von Bildungsminister Jérôme Franssen (CSP) wissen, wie Schulen Betroffene schützen, Eltern informieren und Fehlverhalten sanktionieren.
Es handle sich dabei keineswegs um harmlose Streiche, so der Minister. Schulen seien verpflichtet, bei Vorfällen zu handeln und gegebenenfalls auch die zuständigen Behörden einzuschalten. Die Eltern müssten informiert werden, wenn die Sicherheit, Würde oder körperliche beziehungsweise psychische Unversehrtheit von Schülern beeinträchtigt wird. Dies gelte sowohl für die Eltern der Betroffenen als auch für jene der mutmaßlichen Verursacher. Die Schulen müssten den Sachverhalt aufklären, Gespräche führen und notwendige Unterstützungsmaßnahmen organisieren. Zur Unterstützung der Opfer verwies der Bildungsminister auf Kaleido. Das Zentrum begleite Schulen, Kinder und Eltern in Krisensituationen und unterstütze sowohl bei der Einschätzung von Vorfällen als auch bei der Entwicklung geeigneter Maßnahmen, so Jérôme Franssen. Ergänzend verwies der CSP-Politiker auf Präventionsangebote der Jugendinfo, des Medienzentrums sowie auf Kampagnen zum Thema Sexting. Bei schweren Verstößen seien auch disziplinarische Maßnahmen möglich. Diese reichten je nach Fall bis zu einem zeitweiligen Ausschluss oder einem Schulverweis. Ziel sei jedoch nicht allein die Bestrafung, sondern auch die pädagogische Aufarbeitung des Fehlverhaltens.
Die Debatte im Parlament ging anschließend weiter. Elena Peters forderte mehr Transparenz und sprach sich dafür aus, Eltern auch dann über Vorfälle zu informieren, wenn ihre Kinder nicht unmittelbar betroffen seien. Nur so könnten Familien Kinder und Jugendliche sensibilisieren und unterstützen. Steffi Pauels (CSP) bezeichnete das Thema als äußerst ernst. Das Handynutzungsverbot an Schulen sei sinnvoll, aber kein Allheilmittel. Neben klaren Regeln und Konsequenzen seien Medienbildung, „digitale Ethik“ und die Förderung von Zivilcourage entscheidend. Auch Andreas Jerusalem (Ecolo) und Charles Servaty (SP) betonten die Bedeutung von Medienkompetenz. Jerusalem warnte davor, die Probleme allein auf Smartphones zu reduzieren. Servaty forderte klare und für alle Schulen nachvollziehbare Handlungsanweisungen für den Umgang mit solchen Vorfällen. Minister Franssen räumte ein, dass das Handyverbot nicht alle Probleme löse. Entscheidend seien neben Regeln auch die Vermittlung von Werten und die Sensibilisierung für einen verantwortungsvollen Umgang miteinander – online wie offline. (sc)

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