Für das vielleicht letzte große Kapitel seiner Karriere ließ sich Edin Dzeko etwas Besonderes einfallen. Fußballschuhe im Stile der blau-gelb-weißen Flagge seiner Heimat, mit den bekannten Sternen und seinem Namen sollen den Nationalhelden Bosnien-Herzegowinas bei der Weltmeisterschaft zu Toren verhelfen. Das kleine Land vom Balkan wird sie brauchen, wenn nicht auch die zweite Endrunde frühzeitig enden soll.
„Wir freuen uns, wieder dabei zu sein“, sagte der Schalker Aufstiegsheld Dzeko, mit 40 Jahren der fünftälteste Spieler des Turniers, im Marca-Interview. In Brasilien 2014 flogen die Bosnier bei ihrem Debüt nach der Vorrunde wieder nach Hause, diesmal soll die K.o.-Runde erreicht werden.
Die Schweiz sei in der Gruppe B der Favorit, erklärte Dzeko, weitere Gegner sind Kanada und Katar. „Der Rest von uns wird im Prinzip um den zweiten oder dritten Platz kämpfen.“ Dem Auftaktspiel am Freitag (21 Uhr MESZ) gegen den Co-Gastgeber kommt somit bereits eine große Bedeutung zu.
Der Druck lastet vor allem auf Dzeko. Der Stürmer, der mit dem VfL Wolfsburg 2009 deutscher Meister wurde, anschließend vor allem für Manchester City und die AS Rom Tore am Fließband erzielte und zuletzt mit Schalke 04 die ersehnte Bundesliga-Rückkehr feierte, sieht sich als Kapitän in „großer Verantwortung“.
„Wenn eine neue Generation junger Spieler nachrückt, wie es bei uns der Fall ist, muss man sie anleiten und auf den richtigen Weg führen. Ich bin sehr zufrieden damit, wie ich der Mannschaft in den letzten zwei Jahren helfen konnte“, sagte Dzeko. Allein die Qualifikation, als die Mannschaft von Trainer Sergej Barbarez im entscheidenden Playoff-Spiel Italien bezwang, sei etwas „Unglaubliches“ gewesen.
Und nach der WM? Vor allem der Wechsel in die 2. Bundesliga beflügelte den Altstar nochmals. „Ich hätte keine bessere Wahl treffen können. Alles ist sogar noch besser gelaufen als erwartet“, sagte der Schalker. Der Bundesliga-Aufsteiger soll dem Angreifer bereits ein neues Vertragsangebot unterbreitet haben.
Ob er bleibt, hat Dzeko noch nicht entschieden. „Wir alle haben ein Ende. Vielleicht kommt meines bald“, deutete Dzeko an. Die WM könnte womöglich schon das letzte Kapitel sein. (sid/tf)

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