Das neue Labor wird eine Fläche von 6.000 Quadratmetern umfassen und künftig die klinischen Laboraktivitäten bündeln, die derzeit noch auf acht verschiedene Gebäude verteilt sind. Rund 300 Mitarbeiter werden dort in einer hochsicheren und streng kontrollierten Umgebung arbeiten. Bereits im kommenden Jahr soll die Anlage vollständig betriebsbereit sein.
Im Labor werden Tausende Proben aus klinischen Studien analysiert, die weltweit durchgeführt werden. Je nach Impfstoffkandidat müssen einzelne Proben dabei zahlreichen unterschiedlichen Tests unterzogen werden.
„Mit seiner hochmodernen Ausstattung, den automatisierten Prozessen, digitalen Technologien und dem Know-how unserer Teams wird dieses Labor klinische Daten liefern, die für die Zulassung künftiger Impfstoffe entscheidend sind“, erklärt Philippe Denoël, Leiter des GSK-Standorts in Rixensart und Vizepräsident für externe Forschung und Entwicklung. Die gesammelten Daten müssten insbesondere die Sicherheit und Wirksamkeit neuer Impfstoffe nachweisen.
Der Konzern arbeitet derzeit an mehreren Impfstoffkandidaten, darunter gegen die saisonale Grippe und Covid-19. Daneben forscht GSK auch an Vakzinen gegen bakterielle Infektionen wie Pneumokokken oder Streptokokken der Gruppe A. „Die Forschung erfolgt vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung, die anfälliger für bestimmte Erkrankungen wird“, betont Denoël.
Durch die Zusammenführung der verschiedenen Laboraktivitäten sollen Prozesse beschleunigt, Ergebnisse schneller erzielt und die Rückverfolgbarkeit der Daten verbessert werden. Zudem wurde die Infrastruktur mit Blick auf mögliche künftige Pandemien konzipiert. Während der Corona-Krise hatte GSK bereits mit den Behörden bei der Durchführung von PCR-Tests zusammengearbeitet. Ein ähnliches Modell wäre im Ernstfall erneut denkbar.
Zur Vorstellung des Projekts reisten zahlreiche politische Spitzenvertreter nach Rixensart, darunter Premierminister Bart De Wever. Er bezeichnete die Investition als „großen Schritt nach vorn im Kampf gegen Krankheiten“ und betonte, dass Belgien damit seine Stellung als europäisches „Pharma Valley“ weiter festige. Auch der Ministerpräsident der Wallonie, Adrien Dolimont (MR), sowie der wallonische Wirtschaftsminister Pierre-Yves Jeholet (MR) nahmen an der Präsentation teil.
GSK beschäftigt in Belgien derzeit rund 8.500 Menschen und ist damit der größte Pharmakonzern des Landes sowie der größte private Arbeitgeber in der Wallonie. Nach Unternehmensangaben werden täglich durchschnittlich eine Million Impfstoffdosen produziert und in 160 Länder exportiert. (belga/calü)

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