Rund 50.000 Zuschauer verabschiedeten die Roten Teufel am Samstagnachmittag in Richtung Nordamerika, am Montagnachmittag hebt die Mannschaft von Brüssel aus nach Seattle ab. Dort steigt am 15. Juni (Montag, 21 Uhr) das erste Gruppenspiel gegen Ägypten.
Bei der WM-Generalprobe sahen auch zahlreiche Fans aus Ostbelgien, wie Nationaltrainer Rudi Garcia im Vergleich zum überzeugenden 2:0 unter der Woche gegen Kroatien vier Veränderungen in seiner Startelf vornahm: Thomas Meunier, Brandon Mechele, Timothy Castagne und Leandro Trossard standen gegen Tunesien in der belgischen Anfangsformation. Die Umstellungen machten sich vor allem in der Defensive bemerkbar: Spielte Belgien in Kroatien noch mit einer eher experimentellen Dreierkette, verteidigte nun eine Viererformation mit Meunier, Castagne, Mechele und dem gegen Kroatien starken Ngoy vor Torwart Thibaut Courtois, während Onana wieder ins Mittelfeld rückte.

„Ich möchte vor allem sehen, wie Mechele und Ngoy zusammenarbeiten“, begründete Garcia seine Entscheidung. Angreifer Romelu Lukaku setzte er – wie angekündigt – zunächst auf die Bank. Auf dem Platz kamen die Roten Teufel gegen einen zunächst tief stehenden Gegner gut aus den Startblöcken: Meunier gab nach 15 Sekunden den ersten Schuss ab. Nur 30 Sekunden später zwang Trossard den tunesischen Schlussmann Chammekh nach einer ersten Ecke zu einer Parade und hatte das frühe 1:0 auf dem Fuß.
Gut kam Belgien in der 8. Minute davon, als Rekik nach einer nicht geklärten Aktion zu hoch zielte. Die Antwort darauf folgte nur Sekunden später mit der bis dahin besten Chance des Nachmittags: Nach Vorarbeit von Castagne fehlte dem auffälligen De Bruyne nicht viel zur Führung.
Kevin De Bruyne und Jérémy Doku die Akteure der ersten Hälfte
Nach einer halben Stunde und zuvor mehreren Minuten mit viel Ballbesitz und Kontrolle, aber wenig Ertrag, hatte der Neapel-Profi seine Füße beim 1:0 im Spiel. Mit einer Körpertäuschung machte er Doku auf der linken Seite den Weg in Richtung Strafraum frei. Dessen Hereingabe schob Trossard eine Woche nach dem mit dem FC Arsenal verlorenen Finale der Champions League gegen Paris Saint-Germain zum 1:0 über die Linie. Bei Regen in der Hauptstadt folgte schnell die nächste Gelegenheit für die in Rot spielenden Teufel: Verteidiger Mechele köpfte nach einem Zuspiel von De Bruyne über das Tor (32.).

Lauten Jubel und Applaus von den Rängen gab es auch ohne den nächsten Treffer: Rudi Garcia schickte unter anderem Romelu Lukaku zum Aufwärmen. Auf dem Platz wurde Doku in der Nachspielzeit unnötig hart von einem Gegenspieler angegangen – sowohl Garcia als auch De Bruyne reagierten wütend auf die Aktion. Für insgesamt klar überlegene Teufel verpasste Onana in der Nachspielzeit das 2:0. Dass Belgien trotz deutlicher Überlegenheit gegen ein passives Tunesien „nur“ einen Treffer erzielte, gehörte zu den wenigen Kritikpunkten der ersten Halbzeit.
Ohne Wechsel kam Belgien aus der Pause und legte in der 53. Minute den zweiten Treffer nach: Der bis dahin eher unauffällige De Ketelaere schraubte sich nach einer Flanke von Tielemans hoch und köpfte zum 2:0 ein.

Knapp fünf Minuten später verhinderte das Aluminium nach einem Ballverlust von De Bruyne vor dem eigenen Strafraum den Anschlusstreffer für Tunesien, das es bei der WM in der schweren Gruppe F mit Japan, Schweden und den Niederlanden zu tun bekommt. In der besten Phase der Tunesier sorgte Doku für Gefahr, ehe Trossard für die weiterhin gefährlichen Teufel die Chance zum 3:0 vergab (62.).
De Bruyne krönt gute Vorstellung mit Tor zum 3:0.
Kurz darauf sah Gharbi seine zweite Gelbe Karte, Belgien beendete die Partie in Überzahl. Den Vorteil spielte das Team von Garcia schnell aus: De Bruyne erhielt zu viel Platz und Zeit und traf von der Strafraumgrenze aus sehenswert zum 3:0.
Mit Lukaku (für De Ketelaere) und Vanaken (für Onana) brachte Belgien die ersten frischen Kräfte, ehe auch De Cuyper, Witsel, Lukebakio und Fernandez-Pardo eingewechselt wurden. Für Doku, Castagne, Trossard und Tielemans war die WM-Generalprobe beendet. Auch der am Samstag überzeugende und für die WM bereite De Bruyne hat zehn Minuten vor Schluss Feierabend, er wurde durch Nicolas Raskin ersetzt. Für Meunier kam Moreira – Enkel von Ex-Profi Helmut Graf (u. a. AS Eupen) – auf den Platz.

Auf inzwischen gleich acht Positionen verändert, kam Belgien in der 82. Minute durch De Cuyper zur nächsten Gelegenheit. Der erst zum zweiten Mal für Belgien spielende Fernandez-Pardo ließ erneut seine Qualitäten aufblitzen: Mit viel Tempo drang er in den Strafraum ein, ehe Lukebakio zum 4:0 einnetzen konnte (86.). Nur Sekunden später durfte sich auch Raskin feiern lassen: Er erhöhte auf 5:0 für Belgien.
Namen - Fakten
Belgien: Courtois - Meunier, Ngoy, Mechele, Castagne - Onana, Tielemans, De Bruyne - Trossard, De Ketelaere, Doku
Wechsel: 66. Lukaku für De Ketelaere, 66. Vanaken für Onana, 74. Witsel für Tielemans, 74. Lukebakio für Trossard, 74. Fernandez-Pardo für Doku, 74. De Cuyper für Castagne, 80. Raskin für De Bruyne, 80. Moreira für Meunier
Tore: 1:0 Trossard (29.), 2:0 De Ketelaere (53.), 3:0 De Bruyne (65.), 4:0 Lukebakio, 5:0 Raskin (87.)
Fotos zum Spiel in Brüssel








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