Freddy Horion: Bürgermeister von Lanaken begrüßt Aufschub der Aufnahme in Psychiatrie von Rekem

<p>Das Schwurgericht von Gent verurteilte Horion 1980 wegen sechsfachen Mordes zum Tode. Die Strafe wurde später automatisch in lebenslange Haft umgewandelt.</p>
Das Schwurgericht von Gent verurteilte Horion 1980 wegen sechsfachen Mordes zum Tode. Die Strafe wurde später automatisch in lebenslange Haft umgewandelt.

Nach Ansicht des Bürgermeisters müsse in der Angelegenheit wieder mehr Ruhe einkehren. Dies gelte sowohl für die Behandlung Horions als auch für die Mitarbeiter des Zentrums sowie die Einwohner von Rekem und Lanaken. Horion werde auf dem Gelände der Klinik zwangsläufig große Aufmerksamkeit auf sich ziehen, was einer erfolgreichen Therapie nicht förderlich sei, argumentierte Keulen.

Grundsätzlich hält der Bürgermeister an seiner Auffassung fest, dass die Behandlung von Schwerstkriminellen wie Marc Dutroux oder Horion besser im Ausland erfolgen sollte. Als Beispiele nannte er Roger Vangheluwe sowie Michelle Martin, die nach ihrer Entlassung ebenfalls außerhalb des öffentlichen Fokus untergebracht wurden. In Belgien würden derartige Fälle dauerhaft für öffentliche Diskussionen sorgen, was weder den Betroffenen noch einer Therapie zugutekomme.

„Ruhe und Besonnenheit bleiben eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche psychiatrische Behandlung. Deshalb schätze ich die Entscheidung der Leitung des OPZC sehr“, sagte Keulen.

Der 78-jährige Horion darf nach 47 Jahren Haft das Gefängnis unter Auflagen und mit elektronischer Fußfessel verlassen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gilt er jedoch als „tickende Zeitbombe“ mit einem „sehr hohen“ Rückfallrisiko. Dies geht aus einer Stellungnahme an das Strafvollstreckungsgericht in Gent hervor.

Horion hatte am 23. Juni 1979 gemeinsam mit seinem Komplizen Roland Feneulle fünf Mitglieder der Familie Steyaert in Sint-Amandsberg ermordet. Zudem wurde er für den Mord an einer polnischen Ladenbesitzerin verantwortlich gemacht. Das Schwurgericht von Gent verurteilte ihn 1980 wegen sechsfachen Mordes zum Tode. Die Strafe wurde später automatisch in lebenslange Haft umgewandelt. (belga/ag)

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