Olympisches und Paralympisches Komitee schließen sich zum COPB zusammen

<p>Gruppenfotoaufnahme bei der Jahreshauptversammlung des Belgischen Olympischen Komitees BOIC – COIB in Tubize am Donnerstag, dem 4. Juni 2026.</p>
Gruppenfotoaufnahme bei der Jahreshauptversammlung des Belgischen Olympischen Komitees BOIC – COIB in Tubize am Donnerstag, dem 4. Juni 2026. | Foto: belga

Mit dem Zusammenschluss wird Belgien nach Angaben von COIB und BPC das sechste Land weltweit, in dem das Nationale Olympische Komitee und das Nationale Paralympische Komitee in einer gemeinsamen Organisation vereint sind. Vor Belgien hatten bereits die Niederlande, die Vereinigten Staaten, Norwegen, Saudi-Arabien und Südafrika diesen Schritt vollzogen.

Die Fusion sei die Folge einer Zusammenarbeit, die in den vergangenen Jahren schrittweise ausgebaut worden sei. Gemeinsame Vorbereitungslager, eine gemeinsame Markenidentität sowie Kampagnen rund um Paris 2024 und Mailand-Cortina 2026 hätten gezeigt, dass es im belgischen Sport ein gemeinsames Team Belgium gebe. Künftig sollen olympische und paralympische Athleten unter einem gemeinsamen Dach begleitet werden.

Im Mittelpunkt stünden dabei die Sportlerinnen und Sportler, heißt es in der Mitteilung. Sie teilten dieselbe Ambition, dieselbe Leidenschaft und denselben Traum. Durch die Fusion wolle das COPB die Betreuung aller Spitzensportler weiter stärken, Fachwissen bündeln und die Hochleistungskultur in Belgien weiterentwickeln.

Jean-Michel Saive, Präsident des COIB, sprach von einem neuen Kapitel in der Geschichte des belgischen Sports. „Diese Entscheidung spiegelt unsere Überzeugung wider, dass uns diese Zusammenarbeit stärker macht und es uns ermöglicht, gemeinsam unsere Grenzen zu verschieben“, erklärte Saive. Durch die Bündelung der Kräfte entstehe eine starke Bewegung, „die sportliche Exzellenz, Inklusion und gesellschaftliche Wirkung in den Mittelpunkt ihrer Prioritäten stellt“. Er dankte den Sportföderationen für ihre Unterstützung und ihr Vertrauen in die erneuerte Organisation.

Auch Ellen Van Camp, Präsidentin des BPC, stellte den inklusiven Charakter des Zusammenschlusses heraus. „Unser Anspruch, Inklusion durch die Magie des Sports zu fördern, erhält heute eine neue Dimension“, erklärte sie. Mit der Fusion wolle man den Sportverbänden und der Gesellschaft insgesamt ein Beispiel geben. „Ob mit oder ohne Beeinträchtigung: Jeder Mensch muss seinen Platz finden und in seinem Wert anerkannt werden können.“ Man freue sich darauf, die Zukunft des belgischen Sports gemeinsam zu gestalten, so Van Camp.

Die Verbindung zwischen beiden Organisationen reicht laut Mitteilung weit zurück. Bereits 1960 habe der frühere COIB-Präsident Victor Boin eine wichtige Rolle bei der Gründung jener Struktur gespielt, aus der später das BPC hervorging. In den vergangenen Jahren sei diese historische Verbindung weiter gestärkt worden.

Dem Beschluss sei ein längerer Vorbereitungsprozess vorausgegangen. Im Laufe des vergangenen Jahres seien Ziele, Bedürfnisse und Auswirkungen einer Fusion geprüft worden. Auch die Athletinnen und Athleten seien eng in diesen Prozess eingebunden gewesen und hätten zu den treibenden Kräften des Projekts gehört.

Cédric Van Branteghem, CEO des COIB, verwies darauf, dass beide Organisationen bereits seit vielen Jahren eng zusammenarbeiteten. Diese Kooperation habe viele Fortschritte ermöglicht. „Aber zu einem bestimmten Zeitpunkt wurde es notwendig, eine Entscheidung über die Zukunft zu treffen“, erklärte Van Branteghem. Die Fusion sende ein starkes Signal: Die Föderationen glaubten an diese Ambition. Er hoffe, dass der Schritt auch andere Sportorganisationen in Belgien und im Ausland dazu anregen werde, darüber nachzudenken, wie Athleten, Sportarten sowie olympische und paralympische Disziplinen enger zusammengeführt werden könnten.

Olek Kazimirowski, Managing Director des BPC, sprach von einem Projekt, an dem seit vielen Monaten gearbeitet werde. Die Fusion sei der Abschluss eines Reflexionsprozesses, aus dem alle beteiligten Seiten gestärkt hervorgingen. Operativ werde es noch etwas Zeit brauchen, den Zusammenschluss vollständig umzusetzen. Kazimirowski zeigte sich jedoch optimistisch, dass sich dadurch neue Möglichkeiten für die belgische Para-Sportbewegung eröffnen.

Die Umsetzung soll schrittweise erfolgen. Ziel ist es, die Hochleistungsprogramme, die Angebote für Partner und die Markenarchitektur beider Organisationen weiterzuentwickeln und aufeinander abzustimmen. Langfristig streben COIB und BPC eine vollständige Integration auf allen Ebenen an.

Die Fusion betrifft alle paralympischen Komponenten sowie die Beziehungen zur nationalen und internationalen paralympischen Bewegung. Die Rolle als nationale Föderation für den Para-Sport, die bislang ebenfalls beim BPC lag, wird künftig von der Belgian Para Sports Federation (BPSF) übernommen. Diese soll die Zusammenarbeit mit G-sport Vlaanderen und der Ligue Handisport Francophone fortsetzen. (red/kupo)

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