Sonntags einkaufen bei Aldi? Discounter stellt Pläne vor

<p>ALDI plant Sonntagsöffnungen in ganz Belgien bis 13 Uhr.</p>
ALDI plant Sonntagsöffnungen in ganz Belgien bis 13 Uhr. | Foto: belga

Es ist das erste Mal, dass Aldi seine konkreten Vorstellungen offiziell präsentiert. Bereits im April hatte die Ankündigung möglicher Sonntagsöffnungen für Unruhe gesorgt und in mehreren Filialen spontane Streikaktionen ausgelöst.

Nach Angaben von Unternehmenssprecher Jason Sevestre soll die Sonntagsarbeit ausschließlich auf freiwilliger Basis erfolgen. Mitarbeiter, die sich für einen Einsatz am Sonntag entscheiden, sollen entweder einen finanziellen Zuschlag erhalten oder zusätzliche Urlaubsstunden gutgeschrieben bekommen. An gesetzlichen Feiertagen sollen die Geschäfte hingegen geschlossen bleiben. Wann das neue Modell eingeführt werden soll, steht derzeit noch nicht fest.

Die Gewerkschaften wurden am Montag über die Pläne informiert. Von eigentlichen Verhandlungen könne jedoch noch keine Rede sein, betonte Koen Vanschoubroeck von der christlichen Gewerkschaft ACV Puls. Zunächst wolle man andere soziale Dossiers abschließen, bevor das Thema Sonntagsarbeit vertieft diskutiert werde.

Etwas gelassener reagiert die Gewerkschaft Synova. Ein Abkommen werde zwar nicht vor dem Sommer zustande kommen, erklärte Branchenverantwortlicher Wilson Wellens. Grundsätzliche Hindernisse sehe man jedoch nicht. Viele Beschäftigte seien erleichtert, dass die Sonntagsarbeit freiwillig bleiben soll. „Wir reißen uns nicht darum, aber Sonntagsöffnungen lassen sich heutzutage nur schwer aufhalten“, sagte Wellens. Für manche Arbeitnehmer könne die zusätzliche Arbeitszeit samt Zuschlägen durchaus attraktiv sein.

Die Diskussion ist damit längst nicht abgeschlossen. Ein weiteres Treffen zwischen Unternehmensleitung und Gewerkschaften ist für den 29. Juni vorgesehen. Dann dürfte sich zeigen, ob Aldi seinem Ziel näherkommt, künftig in ganz Belgien auch sonntags Kunden zu empfangen. (belga/calü)

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