Die Folge: Zwischen 2.30 Uhr und 7 Uhr in der Früh war im von Skeyes kontrollierten belgischen Luftraum praktisch kein Flugverkehr möglich. Betroffen waren sämtliche belgischen Flughäfen.
„Skeyes sah sich gezwungen, den Betrieb auszusetzen“, erklärte das Unternehmen kurz nach Mitternacht. Auslöser der Protestaktion waren nach Angaben der Flugsicherung Mitarbeiter der Kontrolltürme in Lüttich und Charleroi, die ihren Dienst unterbrachen. Die Aktion weitete sich anschließend auf weitere Bereiche der Flugsicherung aus.
Dabei hatte es noch am Montag Gespräche zwischen der Direktion und den Gewerkschaften über die Übergangsmaßnahmen, Arbeitsbedingungen und Begleitmaßnahmen im Zusammenhang mit dem neuen digitalen Kontrollzentrum in Namur gegeben. Das Zentrum soll in den kommenden Monaten den Flugverkehr beim Starten und Landen sowie sämtliche Bodenbewegungen an den Flughäfen Charleroi und Lüttich steuern. Nach Angaben von Skeyes war eine Vorvereinbarung bereits von der größten Gewerkschaft, die die Mehrheit der Fluglotsen vertritt, akzeptiert worden und lag dem zuständigen paritätischen Ausschuss zur Genehmigung vor.
Trotzdem kam es in der Nacht zur spontanen Arbeitsniederlegung. Skeyes entschuldigte sich bei Passagieren, Flughafenmitarbeitern und Fluggesellschaften für die entstandenen Unannehmlichkeiten.
Am Landesflughafen in Zaventem, auch Brussels Airport genannt, mussten rund 25 abgehende Passagierflüge Verspätungen von ein bis zwei Stunden hinnehmen. Zwei ankommende Maschinen wurden zu anderen Flughäfen umgeleitet. Auch der Frachtverkehr war betroffen, das genaue Ausmaß der Auswirkungen blieb zunächst jedoch unklar.
„Wir bedauern selbstverständlich die Folgen dieser Aktion für unsere Passagiere und Partner und bemühen uns, alle Beteiligten so regelmäßig wie möglich zu informieren“, erklärte ein Sprecher des Brussels Airport.
Auch der Lütticher Regionalflughafen bekam die Folgen des Streiks deutlich zu spüren. Nach Angaben von Kommunikationsdirektor Christian Delcourt waren dort rund 20 Abflüge von der Sperrung des Luftraums betroffen. Über die Auswirkungen in Charleroi lagen in der Nacht zunächst keine näheren Informationen vor.
Am Dienstagmorgen entspannte sich die Lage schrittweise. Der Flugverkehr am Flughafen Brüssel wurde um 7 Uhr wieder aufgenommen. In Lüttich, Charleroi und Ostende konnten Flugzeuge ab 9.30 Uhr wieder starten und landen.
Dennoch dürften die Folgen der nächtlichen Arbeitsniederlegung die Flughäfen noch einige Stunden beschäftigen. Zahlreiche Flugpläne mussten angepasst werden, und viele Reisende mussten mit Verspätungen rechnen. (belga/calü)

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