HPV kann Krebs auslösen – doch viele Belgier wissen das nicht

<p>Ein Eintrag im Impfpass erinnert an die HPV-Impfung: Eine neue Umfrage zeigt, dass viele Belgier die Risiken des Humanen Papillomavirus noch immer unterschätzen und dessen Zusammenhang mit verschiedenen Krebsarten nicht kennen.</p>
Ein Eintrag im Impfpass erinnert an die HPV-Impfung: Eine neue Umfrage zeigt, dass viele Belgier die Risiken des Humanen Papillomavirus noch immer unterschätzen und dessen Zusammenhang mit verschiedenen Krebsarten nicht kennen. | Foto: picture alliance/dpa

Für die Erhebung befragte die Initiative All.Can Belgium 1.160 Erwachsene in Belgien. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus: 56 Prozent der Befragten wissen nicht, dass HPV Krebs verursachen kann.

Besonders auffällig ist, dass selbst der Zusammenhang zwischen HPV und Gebärmutterhalskrebs vielen Menschen nicht bewusst ist. So bringen 38 Prozent der befragten Frauen das Virus nicht mit dieser Krebsart in Verbindung.

Nach Ansicht von All.Can Belgium wird HPV nach wie vor zu stark ausschließlich mit Gebärmutterhalskrebs assoziiert. Tatsächlich kann das Virus jedoch auch Krebsarten des Afters, des Penis, der Vulva und der Vagina sowie bestimmte Tumore im Kopf- und Halsbereich begünstigen. Rund 40 Prozent aller HPV-bedingten Krebserkrankungen betreffen sogar andere Organe als den Gebärmutterhals.

Auch die Auswirkungen des Virus auf Männer werden häufig unterschätzt. Lediglich 30 Prozent der Befragten wussten, dass HPV auch bei Männern Krebs auslösen kann. Dabei sind Frauen und Männer gleichermaßen von HPV-bedingten Krebserkrankungen betroffen.

Die Umfrage zeigt darüber hinaus erhebliche Defizite beim Wissen über Prävention. Nur gut ein Viertel der Befragten (26 Prozent) fühlt sich ausreichend über Möglichkeiten zur Vorbeugung informiert. Zudem weiß lediglich etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung, dass es überhaupt Impfstoffe gegen HPV gibt.

Für All.Can Belgium machen die Ergebnisse deutlich, dass weitere Aufklärungsarbeit notwendig ist. Nur wenn Wissen über HPV, Impfungen und Früherkennung verbessert werde, könne das Potenzial der Krebsprävention vollständig ausgeschöpft werden.

Mit der seit dem 1. Juni ausgeweiteten Kostenübernahme der HPV-Impfung soll ein weiterer Schritt in diese Richtung gemacht werden. Experten betonen jedoch, dass Impfangebote allein nicht ausreichen, wenn große Teile der Bevölkerung die Risiken des Virus nicht kennen. (belga/calü)

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