Der chinesische Konzern ByteDance, zu dem TikTok gehört, hat die Shopping-Funktion bereits in Frankreich und Deutschland eingeführt. Nach Angaben des Unternehmens zählt die Plattform in Belgien rund 4,3 Millionen Nutzer.
Mit dem TikTok Shop sollen Videos, Livestreams und klassische Onlinekäufe noch stärker miteinander verschmelzen. Produkte können dabei direkt während des Scrollens entdeckt und mit wenigen Klicks bestellt werden. Die Auslieferung der Waren soll in Belgien über Bpost erfolgen.
TikTok verspricht nach eigenen Angaben strenge Kontrollen bei der Produktqualität sowie bei der Einhaltung belgischer und europäischer Vorschriften. Außerdem betont das Unternehmen, dass Minderjährige keine Einkäufe tätigen können sollen. Die Plattform selbst ist allerdings bereits ab 13 Jahren zugänglich.
Genau darin sieht die Verbraucherschutzorganisation Test Achats ein großes Problem. Für finanziell schwächere Menschen und insbesondere für Jugendliche sei die Einführung des TikTok Shops „eine Katastrophe“, erklärte die Organisation.
Besonders kritisch sehen die Verbraucherschützer die Gefahr spontaner Käufe. „Mit drei oder vier Klicks kann man etwas kaufen. Die Gefahr besteht darin, dass man gar nicht mehr das Gefühl hat, Geld auszugeben. Man scrollt weiter, klickt weiter und kauft weiter. Die psychologischen Hemmschwellen verschwinden“, warnt Test Achats.
Zudem zweifelt die Organisation daran, dass TikTok Minderjährige tatsächlich zuverlässig vom Einkauf ausschließen kann. Trotz der angekündigten Sicherheitsmaßnahmen könnten Jugendliche weiterhin durch die Kontrollen schlüpfen, befürchtet der Verbraucherschutz. (belga/calü)

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