Iranische Einflussnetzwerke in Belgien: Bericht sieht Verbindungen

<p>Eine Untersuchung sieht Verbindungen zu iranischen Einflussnetzwerken in Belgien.</p>
Eine Untersuchung sieht Verbindungen zu iranischen Einflussnetzwerken in Belgien. | Illustrationsbild: Vahid Salemi/AP/dpa

Im Mittelpunkt steht unter anderem eine Veranstaltung am 18. April in Molenbeek, die von der Stiftung Ahl al-Bayt organisiert wurde. Dabei wurde iranischen Führungspersönlichkeiten, darunter auch dem obersten religiösen Führer, gedacht. Die Veranstaltung fand laut Bericht in begrenztem Rahmen statt und beinhaltete unter anderem einen Aufruf zur finanziellen Unterstützung eines sogenannten „Widerstandsfront“-Netzwerks, das Akteuren in der Nähe Teherans zugerechnet wird.

Den Recherchen zufolge handelt es sich nicht um isolierte Aktivitäten. Vielmehr sei ein größeres Netzwerk erkennbar, das sich aus verschiedenen Vereinen, Moscheen und Kulturzentren zusammensetzt, insbesondere in Brüssel, Antwerpen und Gent. Diese Strukturen seien formal voneinander getrennt, würden jedoch teilweise dieselben Akteure und Aktivitäten aufweisen.

Ziel der Netzwerke sei es demnach, kulturelle und religiöse Veranstaltungen zu organisieren, politische Positionen im Sinne des iranischen Regimes zu verbreiten und finanzielle Mittel zu sammeln. Zudem ist im Bericht von möglichen Überwachungsmechanismen gegenüber Regimekritikern sowie von der Verbreitung politischer Ideologien die Rede.

Erwähnt wird auch die in Antwerpen ansässige Stiftung Al-Mustafa, die im März eine Demonstration in Brüssel organisiert haben soll. Diese Einrichtung wird mit der Al-Mustafa International University in Verbindung gebracht, einer iranischen Institution, die in den USA unter Sanktionen steht.

Nach Angaben von Sicherheitsquellen stellen diese Netzwerke derzeit keine unmittelbare Bedrohung dar, wie sie etwa anderen Staaten zugeschrieben wird. Experten sehen jedoch Hinweise auf Einflussnahme und mögliche Überwachungsaktivitäten in Europa.

Die Untersuchung verweist zudem auf einen mutmaßlichen Entführungsplan gegen die N-VA-Abgeordnete Darya Safai im Jahr 2025, der derzeit noch Gegenstand von Ermittlungen ist. Der Fall verdeutlicht die anhaltenden Spannungen im Umfeld von Gegnern des iranischen Regimes in Belgien. (belga/rt)

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