Demnach bilden betroffene Patienten Antikörper, die körpereigene Nervenzellen angreifen. Diese Neuronen sind unter anderem für die Schmerzempfindung und die Tiefensensibilität verantwortlich und befinden sich entlang der Wirbelsäule.
Für die Untersuchung isolierten die Wissenschaftler sogenannte Immunglobuline vom Typ G aus dem Blut von 13 Patienten und übertrugen sie auf Mäuse. Die Tiere entwickelten daraufhin eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit. Andere häufig berichtete Symptome wie kognitive Einschränkungen oder Angstzustände konnten in diesem Zusammenhang jedoch nicht festgestellt werden.
Zudem zeigte sich, dass die schmerzauslösende Wirkung verschwand, wenn die Antikörper vor der Übertragung entfernt oder zerstört wurden. Die Ergebnisse eröffnen laut den Forschern neue Ansätze für mögliche Therapien, etwa durch gezieltes Erkennen und Entfernen krankheitsverursachender Antikörper.
Die Studie deutet zugleich darauf hin, dass kognitive Beschwerden bei Long Covid auf andere, bislang nicht vollständig geklärte Mechanismen zurückzuführen sind.
Ein Bericht der OECD schätzt die jährlichen gesellschaftlichen Kosten von Long Covid auf mehrere Dutzend Milliarden Euro. Mangels klarer Biomarker werden die Symptome zudem weiterhin teilweise fälschlicherweise als psychosomatisch eingeordnet.

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