Weltweit hat sich die Situation der Pressefreiheit nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen (RSF) weiter verschlechtert.
Erstmals in der 25-jährigen Geschichte der weltweiten Rangliste würden mehr als die Hälfte aller untersuchten Länder und Territorien in die Kategorien „schwierig“ oder „sehr ernst“ fallen. Nur noch in sieben Ländern sei die Lage „gut“ – dort lebt laut RSF lediglich rund ein Prozent der Weltbevölkerung.
Spitzenreiter ist erneut Norwegen, das zum zehnten Mal in Folge den ersten Platz belegt. Dahinter folgen unter anderem die Niederlande und Estland. Am Ende der Rangliste stehen wie in den vergangenen Jahren Eritrea, Nordkorea und China. In Syrien verbesserte sich die Lage nach politischen Veränderungen am stärksten – das Land steigt von Rang 177 auf 141 –, während Niger den größten Absturz um 37 Plätze auf den 120. Rang verzeichnete.
Belgien hingegen konnte sich verbessern und belegt nun Platz 16. Trotz eines vergleichsweise hohen Vertrauens in die Medien sehen sich Journalisten jedoch weiterhin mit Einschüchterungen und Gewalt konfrontiert. Positiv hervorgehoben werden die weitgehende Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Medien sowie pluralistisch besetzte Medienaufsichtsbehörden. Gleichzeitig schwächen sinkende Werbeeinnahmen die wirtschaftliche Basis der Medien.
In mehreren Balkanländern bleibt die Situation angespannt. In Albanien, Bosnien-Herzegowina und Serbien hat sich die Lage weiter verschlechtert, während Kosovo Fortschritte verzeichnet.
Vergleich der Lage in 180 Ländern und Territorien
RSF sieht vor allem im rechtlichen Bereich deutliche Rückschritte. In vielen Staaten werde Journalismus zunehmend kriminalisiert, etwa durch Gesetze unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung oder nationalen Sicherheit. Gleichzeitig wirkten sich Kriege und Konflikte weiterhin massiv auf die Sicherheit von Journalistinnen und Journalisten aus.
Die Rangliste vergleicht die Lage der Pressefreiheit in 180 Ländern und Territorien anhand mehrerer Kriterien, darunter Sicherheit, politisches Umfeld, rechtliche Rahmenbedingungen sowie wirtschaftliche und gesellschaftliche Faktoren. Sie wird jährlich von RSF veröffentlicht. (dpa/belga/rt)

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