Riesenbegeisterung über 5:4 zwischen Paris und Bayern: „Das Spiel des Jahrhunderts“

<p>Fünf Gegentore in Paris – und dennoch hat der FC Bayern noch Chancen auf den Einzug in das Endspiel der Champions League.</p>
Fünf Gegentore in Paris – und dennoch hat der FC Bayern noch Chancen auf den Einzug in das Endspiel der Champions League. | Foto: belga

Den Final-Schwur für den Traum vom 30. Mai in Budapest hatten die Spieler um den nimmersatten Hundert-Tore-Sturm mit Harry Kane, Michael Olise und Luis Díaz schon abgelegt, ehe sie am Mittwochvormittag mit müden Beinen den Heimflug antraten. „Jeder in der Kabine hat diesen Glauben, hat dieses Gefühl, hat dieses Selbstvertrauen, dass wir zu Hause Paris schlagen können“, sagte Joshua Kimmich.

Dayot Upamecano (65.) und Díaz (68.) hatten dem bayerischen Selbstverständnis nach einem Drei-Tore-Rückstand mit ihren Treffern zum 3:5 und 4:5 Nährboden gegeben. Denn: „Wenn du dann so 2:5 hinten bist, dann bist du eigentlich tot. Du sitzt auf der Tribüne und denkst: 'Oh, oh, oh. Was, wie soll das werden?“, sagte Dreesen. Auf die Treffer von Torgarant Kane (17., Foulelfmeter) und Olise (41.) hatte Paris schließlich immer eine Antwort bereit gehabt. Chwitscha Kwarazchelia (24./56.), João Neves (33.) und Weltfußballer Ousmane Dembélé (45.+5, Handelfmeter/58.) bestraften die Fehler der anfälligen Bayern-Defensive gnadenlos.

Dass die Bayern zurückkamen gegen PSG, „die sich nach dem 5:2 abgeklatscht haben, als ob sie schon durch sind und nach Budapest fahren“, sagte Sportvorstand Max Eberl, sei „besonders“. Anführer Kimmich mutmaßte: „In den letzten Jahren wären wir wahrscheinlich weggebrochen.“ Dreesen sprach von einem „bestandenen Charaktertest“.

Die Internationale Presse jubelte begeistert vom „Spiel des Jahrhunderts“ (The Sun), einem „Fußball-Meisterwerk“ (AS) und dem „nackten, puren Wahnsinn“ (Blick). „Gab es jemals ein Fußballspiel wie dieses?“, fragte der Guardian.

Foto: belga

Kimmich sprach von einem „Gefühlsbad“. Vier Tore erzielt, aber eben auch fünf Gegentore kassiert - diese Bilanz ließ Grundsatzfragen aus der Vorsaison aufkommen. Eine Diskussion über den aggressiven Mann-gegen-Mann-Stil versuchte Eberl aber im Keim zu ersticken.

„Warum sind wir hier? Weil wir bisher so Fußball gespielt haben. Und jetzt auf einmal das ganze Spiel zu ändern, das wäre völlig absurd.“ Dennoch seien für das Rückspiel „Anpassungen“ notwendig. „Natürlich müssen wir auf die Konterabsicherung ein bisschen mehr aufpassen“, sagte Aleksandar Pavlovic.

Dennoch scheint für kommenden Mittwoch (21 Uhr) das nächste Fußball-Fest programmiert. „PSG wird nicht akzeptieren, es anders zu machen, und wir auch nicht“, sagte Trainer Vincent Kompany, der in München nach abgesessener Sperre wieder an der Seitenlinie stehen wird. Einen flammenden Appell richtete er dabei bereits an das Münchner Publikum. Man brauche die gleiche Unterstützung und das „gleiche Feuer“ wie beim furiosen 4:3 im Viertelfinale gegen Real Madrid.

„PSG wird nicht akzeptieren, es anders zu machen, und wir auch nicht“, sagte Trainer Vincent Kompany

Kompany rief noch in Paris die Fans auf, die Allianz Arena beim Rückspiel stimmungsmäßig zu einer uneinnehmbaren Festung zu machen: „Meine einzige Bitte ist: Wenn einer eine Karte gekauft hat und er fühlt sich am Spieltag nicht wohl, dass er zu Hause bleibt. Und seine Karte weitergibt an die fittesten Leute, die diese Wucht der Allianz Arena mit 75.000 Zuschauern mitnehmen können.“

Das einzige Ziel sein, „dass wir das Spiel gewinnen“, sagte Kompany: „Es geht nicht um 2:0, 3:0, 4:0. Es geht darum, wir müssen das Spiel gewinnen. Und den Support, das zu erzielen, den brauchen wir.“

Auch Paris-Coach Luis Enrique rechnet erneut mit Vollgas-Fußball: „Das Rückspiel wird genauso laufen wie das Hinspiel. Ich habe meine Mitarbeiter vor fünf Minuten gefragt, wie viele Tore wir zum Sieg brauchen. Mindestens drei!“ (mn/belga/sid)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment