Nach Angaben von Unternehmenssprecher Mathieu Goedefroy konzentrieren sich die Auswirkungen des Arbeitskampfes aktuell auf die Region Brüssel-Hauptstadt. Die Gewerkschaften blockieren weiterhin die Verteilzentren in Brüssel-Nord und Schaerbeek. „Kein Lastwagen mit Briefen oder Paketen kommt durch“, erklärte er. Lediglich das dritte Zentrum in Anderlecht ist in Betrieb.
Ganz anders stellt sich die Lage im Süden des Landes dar: In der Wallonie konnten 92 Prozent der Zustelltouren durchgeführt werden, Blockaden wurden dort bereits seit zwei Tagen nicht mehr gemeldet. Auch in Flandern blieb der Streik bislang aus – dort läuft der Betrieb seit Wochenbeginn ohne größere Störungen.
Streit um Arbeitszeiten
Auslöser des Konflikts ist ein Vorhaben der Unternehmensleitung, die Arbeitszeiten der Briefträger anzupassen. Hintergrund ist die stark gestiegene Zahl an Paketzustellungen, die neue organisatorische Lösungen erfordert.
Ursprünglich hatten beide Seiten das Ziel, bis Donnerstag eine Einigung zu erzielen. Doch in dieser Woche fanden bislang keine gemeinsamen Gespräche zwischen Unternehmensführung und Gewerkschaften statt – und auch kurzfristig sind keine angesetzt. Lediglich bilaterale Treffen einzelner Gewerkschaften mit Bpost-CEO Chris Peeters sind geplant.
Rückstau bei Briefen und Paketen
Der seit Ende März andauernde soziale Konflikt hat bereits deutliche Spuren hinterlassen: Hunderttausende Pakete und Millionen Briefe konnten bislang nicht zugestellt werden, insbesondere in Brüssel und der Wallonie.
„Soweit möglich haben wir bereits begonnen, diesen Rückstand aufzuholen“, so Goedefroy. Um gegen die Blockaden vorzugehen, hat bpost zuletzt auch Gerichtsvollzieher eingeschaltet, die die Situation vor Ort dokumentieren und – wenn möglich – auflösen sollen. (belga/calü)

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