Der Protest richtet sich gegen tief verwurzelte Probleme im Strafvollzug – allen voran die chronische Überbelegung, steigende Arbeitsbelastung und zunehmende Gewalt in den Haftanstalten.
Die Gewerkschaften sehen nach den Gesprächen keinen Anlass zur Entwarnung. „Wir haben nach dem Treffen festgestellt, dass es kurzfristig keinerlei Aussicht auf Verbesserungen gibt – weder bei der Zahl der Häftlinge noch bei den sogenannten Bodenschläfern“, erklärt Robby De Kaey von der sozialistischen Gewerkschaft ACOD.
Mit der steigenden Zahl an Gefangenen wächst auch der Druck auf das Personal. Die Gewerkschaften berichten von einer zunehmenden Belastung im Arbeitsalltag sowie von einer Verschärfung aggressiver Zwischenfälle. „Die Arbeitsbelastung steigt mit der Überbelegung, und die Vorfälle von Gewalt werden schwerwiegender“, warnt De Kaey.
Besonders kritisch sehen die Gewerkschaften die bevorstehenden Sommermonate. Wenn viele Mitarbeiter Urlaub nehmen, droht sich die ohnehin angespannte Situation weiter zu verschärfen. „Darauf muss reagiert werden“, betont De Kaey. „Man ist dazu bereit, aber es gibt keine fertige Lösung.“
Für die Gewerkschaften ist klar: Ohne eine Reduzierung der Häftlingszahlen wird sich die Lage nicht entspannen. „Eine Begrenzung der Neuaufnahmen ist derzeit notwendig – zumindest so lange, bis wieder unter menschenwürdigen Bedingungen gearbeitet werden kann.“ (belga/calü)

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