Unsichere Weltlage verändert Urlaubspläne der Belgier

<p>Eine Kundin sonnt sich auf der Dachterrasse des Hotels Iberostar Bahia de Palma am Strand von Arenal auf Mallorca.</p>
Eine Kundin sonnt sich auf der Dachterrasse des Hotels Iberostar Bahia de Palma am Strand von Arenal auf Mallorca. | Foto: picture alliance/dpa

Für die Untersuchung befragte das Institut Ipsos im Auftrag von Europ Assistance Menschen in 26 Ländern, darunter 15 in Europa. In Belgien nahmen rund 1.000 Personen teil. Der Zeitpunkt der Umfrage – Ende Februar – fiel dabei nahezu mit dem Beginn neuer internationaler Spannungen zusammen, was die Ergebnisse spürbar beeinflusst haben dürfte.

Sicherheit rückt in den Mittelpunkt

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Für 57 Prozent der Belgier spielt die Gefahr eines bewaffneten Konflikts bei der Wahl des Urlaubsziels eine Rolle. Zum Vergleich: 2022, im Jahr des Kriegsbeginns in der Ukraine, lag dieser Wert noch bei lediglich 24 Prozent.

Auch das Risiko terroristischer Anschläge bleibt für viele präsent: 48 Prozent der Befragten geben an, dies bei ihrer Reiseplanung zu berücksichtigen.

Europa statt Fernreise

Trotz dieser Unsicherheiten wollen die meisten Belgier weiterhin verreisen. 72 Prozent planen, in diesem Sommer mindestens einmal Urlaub zu machen – ein Wert, der gegenüber dem Vorjahr (73 Prozent) nahezu stabil geblieben ist.

Auffällig ist jedoch eine klare Verschiebung bei den Reisezielen: Rund 76 Prozent der Belgier entscheiden sich für ein Ziel innerhalb Europas – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr (57 Prozent). Gleichzeitig verlieren Fernreisen an Attraktivität: Reisen nach Asien oder in den Nahen Osten sind von 10 auf 5 Prozent zurückgegangen, Afrika von 8 auf 4 Prozent.

Auch der Inlandstourismus gewinnt an Bedeutung: Jeder fünfte Belgier plant Ferien im eigenen Land – ein Plus von fünf Prozentpunkten.

Budget unter Druck

Neben der Sicherheitslage spielt auch die wirtschaftliche Situation eine Rolle. Inflation und steigende Lebenshaltungskosten schlagen sich zunehmend im Reisebudget nieder. Im Durchschnitt planen belgische Haushalte rund 2.545 Euro für ihren Urlaub ein – etwa sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Dennoch liegt dieser Betrag weiterhin deutlich über dem europäischen Durchschnitt, nämlich um 456 Euro. (belga/calü)

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