Demnach geben 64 Prozent der Befragten an, sich zu schämen, wenn sie Opfer eines Betrugs im Internet werden. Zum Vergleich: Bei einem Wohnungseinbruch empfinden nur rund 20 Prozent ein solches Gefühl. Auch beim Teilen von Erfahrungen zeigt sich ein deutlicher Unterschied: Lediglich 36 Prozent würden einen Betrugsfall mit einem erweiterten Umfeld besprechen – bei Einbrüchen sind es dagegen 60 Prozent.
Junge besonders zurückhaltend
Besonders ausgeprägt ist das Tabu bei jungen Menschen. In der Altersgruppe der 16- bis 30-Jährigen liegt der Anteil derjenigen, die Scham empfinden, sogar bei 71 Prozent. Gleichzeitig unterschätzen viele ihr persönliches Risiko, Opfer eines Betrugs zu werden – eine Kombination, die sie laut Febelfin besonders anfällig macht.
Dabei sehen viele Belgier durchaus den Nutzen von mehr Offenheit: Zwischen 78 und 84 Prozent sind überzeugt, dass das Melden von Betrugsfällen und das Teilen von Erfahrungen dazu beitragen, Risiken besser zu erkennen und sich selbst besser zu schützen.
„Es ist wichtig, dieses Tabu zu durchbrechen, denn indem man darüber spricht, warnt man andere vor Betrug“, betont Febelfin-CEO Karel Baert.
Kampagne setzt auf „Lärm machen“
Mit der Kampagne „Mach Lärm, teile deine Geschichte über Online-Betrug“ will der Verband das Schweigen gezielt aufbrechen. Als Bild dient dabei die Tierwelt: Vögel warnen einander durch Rufe vor Gefahren – ein Prinzip, das nun auf die digitale Welt übertragen werden soll. (belga/calü)

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