Kleine Wohnungen werden immer teurer in Belgien

<p>Besonders kleinere Apartments werden hierzulande zunehmend teurer, da die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigt.</p>
Besonders kleinere Apartments werden hierzulande zunehmend teurer, da die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigt. | Foto: Photo News

Grund dafür ist vor allem ein wachsendes Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Während immer mehr Menschen nach kompaktem Wohnraum suchen, geht das Angebot gleichzeitig zurück. Die Folge: steigende Preise – besonders im unteren Segment.

Zahlen aus dem Mietbarometer 2026 der Immobiliengruppe Dewaele sprechen eine klare Sprache: Die Mieten für kleinere Wohnungen steigen derzeit rund 50 Prozent schneller als jene für größere Objekte. Parallel dazu hat sich die Nachfrage regelrecht verdoppelt. Zwischen 2021 und 2025 stieg die Zahl der Besichtigungsanfragen von gut 34.000 auf über 71.000. Gleichzeitig sank die Zahl der angebotenen Mietobjekte.

Konkurrenz verschärft sich

Die Auswirkungen sind auf dem Markt deutlich spürbar. Im Jahr 2025 bewarben sich im Schnitt 38 Interessenten um eine einzige Mietwohnung – mehr als doppelt so viele wie noch vier Jahre zuvor. „In den vergangenen vier Jahren ist die Miete für eine Einzimmerwohnung um mindestens 23 Prozent gestiegen“, bestätigt Filip Dewaele, Geschäftsführer des gleichnamigen Immobilienunternehmens, gegenüber der Zeitung „La Meuse“.

Gesellschaftlicher Wandel verstärkt Trend

Der Druck auf kleine Wohnungen hat auch strukturelle Ursachen. Immer mehr Menschen leben allein: Laut Zahlen von Statbel bestehen inzwischen über 36 Prozent der belgischen Haushalte aus nur einer Person – Tendenz steigend. Diese Entwicklung treibt die Nachfrage nach kleinen, funktionalen und vermeintlich günstigeren Wohnungen weiter an.

Teurer als die Inflation

Auffällig ist zudem: Die Mieten steigen schneller als die Lebenshaltungskosten. So legten die Preise für Einzimmerwohnungen 2025 um 3,8 Prozent zu – deutlich mehr als die Inflation von 2,47 Prozent. Zum Vergleich: Wohnungen mit zwei Schlafzimmern verteuerten sich nur moderat um etwa 2,5 Prozent. Dadurch schrumpft der Preisunterschied zwischen den beiden Wohnformen zunehmend.

Konkret zahlten Mieter für eine Einzimmerwohnung im Schnitt 753 Euro monatlich, während eine größere Wohnung mit zwei Schlafzimmern etwa 881 Euro kostete. Die Differenz liegt damit inzwischen bei weniger als 130 Euro.

Trotz aller Durchschnittswerte gilt: Nicht jede kleine Wohnung ist gleich teuer. Faktoren wie Lage, Energieeffizienz oder Grundriss spielen eine entscheidende Rolle. Besonders gefragt – und entsprechend teuer – sind gut gelegene, helle und energieeffiziente Wohnungen. (calü)

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