Große Lücken im System: Brüsseler Umweltzone in der Kritik

<p>Die Kritik an der Umweltzone in Brüssel wächst.</p>
Die Kritik an der Umweltzone in Brüssel wächst. | Foto: belga

„Neben der großen Unklarheit über die jüngste Verschärfung zeigt sich, dass das gesamte System gravierende Mängel aufweist: Ausländische Fahrzeuge werden nicht registriert und fast ein Viertel der Kameras ist nicht einsatzbereit“, kritisierte der Politiker am Montag.

Grundlage der Kritik sind aktuelle Zahlen zum regionalen ANPR-Kameranetz (automatische Kennzeichenerkennung). Insgesamt umfasst dieses 447 Kameras, von denen 361 für die Kontrolle der Umweltzone eingesetzt werden. Doch derzeit sind nur 274 davon tatsächlich in Betrieb. Anders ausgedrückt: Rund jede vierte Kamera funktioniert nicht.

Zehntausende Verstöße – aber Lücken bei der Kontrolle

Zwischen dem 1. Januar und dem 1. März 2026 wurden laut den vorliegenden Daten 68.776 Fahrzeuge erfasst, die die seit 2025 geltenden Zufahrtsregeln nicht mehr erfüllen. Betroffen sind insbesondere Diesel-Fahrzeuge der Norm Euro 5 sowie Benziner der Norm Euro 2.

Die meisten Verstöße stammen aus Belgien selbst: 31 Prozent der betroffenen Fahrzeuge sind in Brüssel zugelassen, 43 Prozent in Flandern und 26 Prozent in der Wallonie.

Auffällig ist jedoch ein anderer Punkt: „Ausländische Fahrzeuge entziehen sich größtenteils dieser Kontrolle“, so Vanden Borre. Dabei machen Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen rund fünf Prozent des täglichen Verkehrs in Brüssel aus.

Fehlende Verknüpfung der Daten

Der Grund liegt laut dem Politiker in einem technischen Problem. Seit Mitte 2023 fehlt eine funktionierende Verbindung zwischen den erfassten Kameradaten und den Registrierungsdaten aus dem Ausland. Dadurch lässt sich nicht systematisch überprüfen, ob ausländische Fahrzeuge ordnungsgemäß registriert sind oder die LEZ-Vorschriften einhalten.

„Ausländische Fahrzeuge stellen einen wichtigen Teil des Verkehrs in Brüssel dar, aber genau dort gibt es Probleme bei der Registrierung und folglich auch bei der Ahndung“, kritisiert Vanden Borre. „Währenddessen können belgische Autofahrer sehr wohl bestraft werden. Das ist nicht gerecht.“

Probleme auch bei Oldtimern

Nicht nur bei ausländischen Fahrzeugen hakt es: Auch bei der Kontrolle von Oldtimern gibt es laut Vanden Borre Fehler. Diese Fahrzeuge sind eigentlich von den LEZ-Regeln ausgenommen. Dennoch erhalten einige Besitzer – insbesondere mit personalisierten Kennzeichen – offenbar zu Unrecht Bußgelder. (belga/calü)

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