Damit wurde der bisherige Höchstwert aus dem August 2015 (2.277 GWh) bereits übertroffen. Besonders bemerkenswert: Der Anteil der importierten Energie lag im April bei rund 42 Prozent des gesamten Stromverbrauchs. An einzelnen Tagen schnellte dieser Wert sogar deutlich in die Höhe – am 18. April etwa auf 58 Prozent.
Kernkraftwerke außer Betrieb
Der Hauptgrund für diese Entwicklung liegt in der vorübergehenden Abschaltung der beiden letzten aktiven Atomreaktoren des Landes: Doel 4 und Tihange 3. Beide Anlagen sind derzeit wegen Wartungs- und Modernisierungsarbeiten außer Betrieb. Ziel ist es, ihre Laufzeit bis 2035 zu verlängern.
Die dadurch entstandene Lücke in der Stromproduktion wurde größtenteils durch Importe ausgeglichen. Vor allem aus dem Ausland kam ausreichend Energie, um den Bedarf zu decken.
Versorgung stabil – trotz hoher Abhängigkeit
Im Gegensatz zu früheren Jahren blieb eine Versorgungskrise jedoch aus. Während 2015 der Ausfall mehrerer Reaktoren noch zu erheblichen Sorgen um die Energieversorgung geführt hatte, verlief die aktuelle Situation weitgehend reibungslos.
Ein Grund dafür ist die starke Einspeisung aus den Nachbarländern: Frankreich lieferte vorwiegend Strom aus Kernenergie und Solarenergie, während die Niederlande Elektrizität aus Wind- und Sonnenkraft bereitstellten. Zusammengenommen überstieg das Angebot sogar zeitweise den Bedarf in Belgien.
Das hatte zur Folge, dass Belgien nicht nur ausreichend versorgt war, sondern zeitweise selbst Strom weiterexportieren konnte – unter anderem nach Deutschland und Großbritannien. (belga/calü)

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