Hausärzte informieren Patienten jetzt digital nach der Sprechstunde

<p>Illustration: Photo News</p>
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Das neue Instrument entstand aus einer Zusammenarbeit verschiedener Institutionen, unterstützt von der König-Baudouin-Stiftung, der öffentlichen Hand sowie dem Landesinstitut für Kranken- und Invaldidenversicherung (Likiv). Die Inhalte basieren auf einer Datenbank mit Informationen zu rund tausend Krankheitsbildern – und decken damit den Großteil der typischen Konsultationsgründe in der Allgemeinmedizin ab.

„Studien zeigen, dass mehr als die Hälfte der Informationen bereits vergessen ist, wenn der Patient die Praxis verlässt“, erklärt Patrik Vankrunkelsven, Direktor des Zentrums für evidenzbasierte Medizin (Cebam), das ebenfalls beteiligt ist. „Mit diesem System wollen wir Patienten besser befähigen, ihre Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen oder ihre Erkrankung zu managen.“ Technisch ist das Angebot in die Software CareConnect integriert. Nach der Diagnose können Ärzte mit wenigen Klicks personalisierte Informationen über ein geschütztes digitales Postfach für medizinische Dokumente versenden. Nach Einschätzung Vankrunkelsvens bringt das auch Vorteile für Ärzte: Patienten könnten verlässliche Informationen zu Hause nachlesen, statt sich auf potenziell falsche Inhalte im Internet zu verlassen. Das könne unnötige Arztbesuche reduzieren und die Belastung im Gesundheitswesen mindern. Der flämische Hausärzteverband Domus Medica reagiert vorsichtig positiv. „Jede Maßnahme, die Patienten hilft, ihre Gesundheit besser zu steuern, ist wichtig“, so Präsidentin Maaike Van Overloop. Gleichzeitig verweist sie auf Einschränkungen: „Fast jeder zweite Hausarzt nutzt CareConnect nicht. Wir hoffen, dass das Tool bald in allen Praxissoftwares verfügbar ist und seine Wirkung gründlich evaluiert wird.“ (belga/sc)

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