Sonntag der Chemie und Kunststoffe geht in Eynatten über die Bühne

Die Compagnie Al Kymia wird beim Sonntag der Chemie um 11.30 und 15 Uhr verblüffende und komische Experimente zeigen.
Die Compagnie Al Kymia wird beim Sonntag der Chemie um 11.30 und 15 Uhr verblüffende und komische Experimente zeigen. | Foto: Al Kymia

21 Schulen, Hochschulen, Universitäten und Betriebe aus der Region, die Feuerwehr und das Rote Kreuz – sie alle haben Mitarbeiter benannt, die gerne Auskunft über ihre spannenden und herausfordernden Berufe geben werden. Denn sie alle haben in vielfältiger Weise mit Chemie zu tun.

Der Informationstag findet statt am Sitz des Unternehmens NMC in Eynatten. Die Liste der Aussteller sieht wie folgt aus:

Unternehmen: Asten Johnson, Laboratoires Reunis, Sarex Belgium AG, NMC SA, Procoplast, Kabelwerk Eupen AG,| Dalli Group, Farbwerke Herkula AG und SWDE.

Schulen, Hochschulen, Universitäten, Beratung: Robert Schumann Institut, Königliches Athenäum, Pater Damian Schule FH Aachen, Institut für Kunststoffverarbeitung, Universität Lüttich, Haute Ecole de la ville de Liège, Universität Namur, Institut für Aus und Weiterbildung, Arbeitsamt der Deutschsprachigen Gemeinschaft sowie Industrie- und Handelskammer Aachen.

Weitere Aussteller: Compagnie Al Kymia, Hilfsleistungszone DG (Feuerwehr), Belgisches Rotes Kreuz Eupen. Hinzu kommen Live-Experimente der Compagnie Al Kymia, die schon beim letzten Sonntag der Chemie vor inzwischen fünf Jahren mit verblüffenden und komischen Experimenten für Begeisterung sorgte.

Vier Trucks, vollgepackt mit Informationen und Experimenten zum Staunen und Selbermachen, warten auf dem Außengelände auf die Besucher. Diese kommen von folgenden Einrichtungen: Aero Race Lab, Exploregio-Mobil, Plastimobile und XperiLAB. Außerdem geben gleich sechs Vortragsredner aus lokalen Firmen interessante Einblicke in ihren Berufsalltag.

Dem Fachkräftemangel entgegenwirken

Beim Studienkreis Schule und Wirtschaft, der diese Veranstaltung organisiert, handelt es sich um einen Zusammenschluss lokaler Wirtschaftsunternehmen und Bildungseinrichtungen, die es sich unter anderem zum Ziel gemacht hat, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und insbesondere die sogenannten „Minth-Berufe“ zu fördern (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik und Handwerk). Man will jungen Menschen bei der Orientierung zu Studium und Beruf praxisnah helfen. Neben jährlichen themenbezogenen Infotagen, wie eben jetzt zum Thema Chemie und Kunststoffe, organisiert der Studienkreis auch Vorstellungsgespräche unter Realbedingungen, Ausfahrten zu technischen Institutionen und liefert Einblicke hinter die Kulissen von Unternehmen und Einrichtungen.

Die Veranstaltung findet statt am Sonntag, 19. Mai von 11 bis 17 Uhr bei NMC Eynatten. Eintritt frei. Programm und Infos auf www.schulewirtschaft.be.

Info: Sechs Vorträge zu Themen rund um die Chemie

11 Uhr, Farbwerke Herkula: „Farbe und Lacke in der Kabelindustrie“

12.30 Uhr, Dr. Günter Beyer, Assistant-Professor: Zwerge, Feuer und Medizin: „Chemische Nanotechnologien in unserer Gesellschaft“ (Vortrag mit Live-Vorführung)

13.30 Uhr, Sabine Schneider, SBS Plastics Trainings & Consultancy: „Die verschiedenen Bereiche der Kunststoffindustrie“

14.30 Uhr, Prof. Dr. Leyh, Universität Lüttich: „Chemiker, ein abwechslungsreicher, forschungsorientierter und internationaler Beruf“

15.30 Uhr, Muriel Jaspart, Business & Product Development NMC Naturefoam: „Klimaschutz bei der Herstellung von NMC Schaumstoffprodukten durch Einsatz von auf nachwachsenden Rohstoffen basierenden Rohmaterialien“

16.15 Uhr, Sabine Schneider, SBS Plastics Trainings & Consultancy: „ Die verschiedenen Bereiche der Kunststoffindustrie“

Fragen und Antworten zu Studium und Beruf im Chemiesektor: „Das Thema bietet unzählige Möglichkeiten“

Warum haben Sie sich für ein Chemiestudium entschieden?

Jenny Barth: In der Sekundarschule hat der Chemieunterricht mein Interesse geweckt. Vor allem die praktischen Aspekte und Laborarbeiten haben mich begeistert. Somit stellte sich für mich die Frage: Ausbildung oder Studium? Da die RWTH ein sehr praxisorientiertes Studium anbot, habe ich mich dafür entschieden. Durch die Praxisnähe fühlte ich mich nach meinem Abschluss für den Berufseinstieg gut gerüstet. Studien und Berufe im Chemiesektor habe meiner Meinung nach viel Zukunft. Auch kann man in diesem Berufsfeld einen nützlichen Beitrag für viele positiven Neuerungen und Veränderungen mitgestalten.

Julie Marchais: Ich habe mich für ein Ingenieursstudium entschieden. Da mir die Fächer mit Chemie gut gefielen und dieser Bereich auch einen Kompromiss zwischen wissenschaftlicher und praktischer Arbeit beinhaltet, habe ich mich für die Fachrichtung Chemie & Materialien entschieden. Chemie hat etwas ‚Magisches‘, wenn man bei den Versuchen und Experimenten die tollsten Dinge und manchmal auch Überraschungen erlebt. Zudem ist Chemie überall um uns und bietet sowohl in der Wissenschaft als auch in der Industrie unzählige berufliche Möglichkeiten mit viel praxisbezogenen und nützlichen Anwendungen.

Für welche berufliche Karriere haben Sie sich entschlossen?

J.B.: Mir was es wichtig, etwas Praktisches und Pragmatisches machen zu können. Ein Doktortitel mit anschließender bürokratischer oder rein wissenschaftlicher Arbeit kam für mich nicht in Frage. Da ich in meinem Studium zwar viel Laborarbeit gemacht habe, aber nicht in der Industrie unterwegs war, konnte ich mir nicht wirklich konkret etwas unter dem Beruf vorstellen. Die Anzeige „Labortechniker“ kam zum richtigen Zeitpunkt. Schon nach zwei Monaten kann ich sagen, dass meine Entscheidung richtig war. Mir war es wichtig, in meiner Heimatregion einen Job zu finden.

J.M.: Nach meiner wissenschaftlichen Endarbeit war die Stellenausschreibung von NMC als Forschungsingenieur genau das Richtige. Man kann etwas erforschen und entwickeln und ist stets mit innovativen Dingen beschäftigt. Das ist spannend und abwechslungsreich. Die Arbeit kombiniert wissenschaftliche Forschung, z.B. durch Lektüre oder Seminare, mit der praktischen Umsetzung bei Versuchen.

Was macht Ihnen bei dem Beruf besonders Spaß?

J.B.: Noch entdecke ich vieles jeden Tag neu. Ich bin ja erst seit zwei Monaten dabei. Interessant ist meine Arbeit, da ich den Vormittag meistens mit Tests verbringe. Die sind sehr abwechslungsreich und betreffen diverse Versuche wie Feuerresistenz, Abmessungen, mechanische oder physische Eigenschaften wie Dichten, Gaskonzentrationen, und vieles mehr. Die zu bedienenden Apparaturen sind unterschiedlich und ich bin stets in Kontakt mit anderen Abteilungen und Kollegen. Im Nachmittag befasse ich mich dann mehr mit Themen rund um Richtlinien, Zertifikate oder Normen. Das ist komplex und spannend.

J.M.: Auch ich liebe die Vielfalt und die Zusammenarbeit mit vielen Abteilungen. Bei NMC hat man kreative Freiheiten und kann die Theorie in der Praxis umsetzen. Aus einem Lastenheft und nach wissenschaftlicher Recherche macht man mit verschiedenen Materialien Versuche, um die Anforderungen des Lastenheftes bestmöglich zu erfüllen. Am Ende sieht man das Ergebnis seiner Arbeit. Seit letztem Jahr wurde zudem ein sogenanntes Greenteam gegründet, in dem wir Projekte, die auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz zielen, koordiniert angehen. Das Thema Umweltschutz liegt mir sehr am Herzen. Die Mitarbeit beim Greenteam motiviert mich und gibt mir die Möglichkeit, bei der Forschung weitere Themenfelder zu bearbeiten und einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten.

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