Erste Ergebnisse werden mancherorts gegen 19 Uhr erwartet, das Endergebnis am späten Abend. In Köln findet abends eine zentrale Veranstaltung mit Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) und Vertretern der Bewerbung statt.
In einer Forsa-Umfrage im Auftrag von 39 NRW-Tageszeitungen sprachen sich jüngst 54 Prozent der Menschen in den 17 Bewerberstädten für eine Bewerbung aus. Für ein positives Votum reicht nicht nur eine Mehrheit für „Ja“, es muss auch ein Quorum erfüllt sein: In Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern müssen mindestens zehn Prozent der Wahlberechtigten zustimmen, in kleineren Kommunen bis zu 20 Prozent.
NRW-Konzept: Zuschauerrekord und nachhaltige Nutzung
Fällt das Votum in einer Kommune negativ aus, scheidet sie komplett aus der NRW-Bewerbung aus. Für diesen Fall sollen Ausweichkonzepte mit alternativen Sportstätten bereitstehen. Abgestimmt wird in den Städten Aachen, Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Herten, Köln, Krefeld, Leverkusen, Mönchengladbach, Monheim am Rhein, Oberhausen, Pulheim, Recklinghausen und Wuppertal.
Das NRW-Konzept setzt auf vorhandene Sportstätten und will Neubauten vermeiden. In der „Leading City“ Köln sind ein temporäres Leichtathletikstadion sowie das Athletendorf geplant. Ministerpräsident Wüst warb immer wieder für die „spektakulärsten, kompaktesten und nachhaltigsten Spiele“ und versprach einen Zuschauerrekord mit 14 Millionen Tickets und großen Kulissen, etwa beim Schwimmen auf Schalke oder Fußball in Dortmund.
Konkurrenz aus München, Hamburg und Berlin
Eine Zustimmung zur Bewerbung wäre noch keine Entscheidung für Sommerspiele in NRW. Parallel bewerben sich auch München, Hamburg und Berlin für eine Ausrichtung. Münchens Projekt hatte schon im Herbst des Vorjahres eine unerwartet deutliche Zwei-Drittel-Mehrheit bei einem Bürgerentscheid erzielt. Hamburg lässt am 31. Mai abstimmen, Berlin hingegen verzichtet auf ein Referendum und lässt das Abgeordnetenhaus abstimmen.
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bewertet alle Kandidaten mit Hilfe einer Matrix, in die auch die Ergebnisse der Bürgerentscheide einfließen, und entscheidet am 26. September über den deutschen Bewerber. Bis Anfang Juni können alle Bewerberstädte ihre Konzepte noch nachbessern. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wird wohl frühestens 2027 eine Entscheidung über den weltweit möglichen Austragungsort treffen. (dpa/ag)

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