Rentenreform verstärkt Unterschiede zwischen Männern und Frauen

<p>Die Rentenreform hat laut Studie unterschiedliche Auswirkungen auf Männer und Frauen.</p>
Die Rentenreform hat laut Studie unterschiedliche Auswirkungen auf Männer und Frauen. | Illustrationsbild: picture alliance / dpa

Die Abstimmung über die Reform im Ausschuss für soziale Angelegenheiten war ursprünglich für Anfang April vorgesehen. Auf Antrag der Opposition wurde sie jedoch verschoben, um die Ergebnisse der Studie abzuwarten.

Laut Planbüro fällt der kumulative Effekt der Reformmaßnahmen für Frauen negativer aus als für Männer. So wird beim sogenannten Leistungsniveau – dem Verhältnis zwischen durchschnittlicher Rente und durchschnittlichem Erwerbseinkommen – bis 2070 ein stärkerer Rückgang bei Frauen erwartet. Bei Arbeitnehmerinnen liegt dieser bei 6,6 Prozent, bei Männern bei 5,8 Prozent. Bei Selbstständigen beträgt der Rückgang 4,4 Prozent für Frauen und 2,9 Prozent für Männer.

Bei Beamten zeigt sich ein anderes Bild: Hier sinkt das Leistungsniveau bei Männern stärker (minus 13,8 Prozent) als bei Frauen (minus 12,8 Prozent). Dadurch verringert sich die Rentenlücke in diesem Bereich leicht.

Als Grund nennt das Planbüro die Reform bestimmter Vorzugsregelungen, etwa für Militärangehörige oder das fahrende Personal der Nationale Gesellschaft der Belgischen Eisenbahnen. In diesen Berufsgruppen sind Männer überrepräsentiert und werden daher stärker von den Maßnahmen betroffen.

Nach der ersten Lesung im Ausschuss ist eine zweite Lesung vorgesehen. Anschließend muss der Text noch im Plenum der Abgeordnetenkammer verabschiedet werden, voraussichtlich bis zum Sommer.

Der Abgeordnete Kim De Witte hatte gefordert, vor der Abstimmung eine Debatte über die Studie zu führen, fand dafür jedoch keine ausreichende Unterstützung.

Kritik gab es zudem an der Abwesenheit von Pensionsminister Jan Jambon. Die Abgeordnete Ellen Samyn bemängelte, dass dieser nicht anwesend war. Jambon nimmt derzeit in Washington an den Frühjahrstagungen des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank teil. (belga/rt)

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