„Ich bin zufrieden mit meiner Entscheidung“, erklärt der Lütticher. „Es wurde schwierig – mental, körperlich und auch tennistechnisch. Es gab viele Zweifel: Ist es nur eine schlechte Phase? Muss ich etwas ändern? Aber als ich die Entscheidung einmal getroffen hatte, war das eine Befreiung.“
Große Resonanz aus aller Welt
Seit der Bekanntgabe seines Rücktritts zum Saisonende wurde Goffin von einer Welle der Unterstützung getragen. Zahlreiche Nachrichten von Fans, ehemaligen Gegnern und Persönlichkeiten aus dem belgischen Sport hätten ihn tief bewegt.
Trotz des großen medialen Interesses zeigte sich der 35-Jährige am Dienstag gewohnt professionell und nahm sich nach seinem Training im Tennis Club du Condroz Zeit für Gespräche.
Letzte große Ziele bleiben
Sportlich will sich Goffin bis zu seinem Abschied noch einmal beweisen. Auch wenn sein aktuelles Ranking (ATP-179) keine Garantien bietet, hofft er auf letzte Highlights – insbesondere bei den Grand-Slam-Turnieren in Paris und Wimbledon.
Gerade Roland-Garros hat für ihn eine besondere Bedeutung. Dort gelang ihm 2012 der internationale Durchbruch. „Das war ein echter Beschleuniger für meine Karriere“, erinnert sich Goffin. „Es hat mir viel Selbstvertrauen gegeben und mir gezeigt, dass ich mir keine Grenzen setzen sollte.“
Dass er einmal zur Weltspitze gehören würde, hätte Goffin zu Beginn seiner Laufbahn nicht gedacht. Seinen Zenit erreichte er 2017, als er die Saison als Nummer sieben der Welt beendete – nach starken Auftritten im Davis Cup und bei den ATP Finals.
„Das war sicher der Moment, in dem ich mein Potenzial voll ausgeschöpft habe und mein bestes Tennis gespielt habe“, sagt er rückblickend.
Dankbarkeit und offene Zukunft
Kurz vor dem Ende seiner Karriere blickt Goffin vor allem dankbar zurück. „Ob von Fans oder durch Auszeichnungen wie das Belgische Sportverdienstkreuz – ich bin sehr glücklich über die Anerkennung, die ich erhalten habe.“
Wie es danach weitergeht, ist noch offen. „Es gibt verschiedene Möglichkeiten und Angebote“, erklärt er. „Im Moment konzentriere ich mich darauf, die Saison gut zu beenden. Danach werde ich mir Zeit nehmen, um nachzudenken.“ Eine Rolle im Tennis schließt er dabei nicht aus: „Die Weitergabe meiner Erfahrung interessiert mich – aber ich habe noch keine endgültige Entscheidung getroffen.“ (belga/calü)

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