B-Elf überzeugt nicht: Belgien kommt gegen Mexiko nur zu Remis

<p>Belgiens Koni De Winter im Zweikampf</p>
Belgiens Koni De Winter im Zweikampf | Foto: Photo News

Nach dem überzeugenden 5:2-Erfolg gegen die USA wirkte der Auftritt dieses Mal deutlich fahriger – auch weil Garcia kräftig rotierte. Gleich neun Positionen wurden im Vergleich zum Spiel gegen die USA verändert, nur Kevin De Bruyne und Maxim De Cuyper blieben in der Startelf. Die Folge: Belgien begann mit einem klar erkennbaren B-Team – und tat sich entsprechend schwer.

Früher Rückschlag nach alter Schwäche

Von Beginn an fanden die Belgier kaum Zugriff auf das Spiel. Mexiko agierte aggressiv, setzte früh unter Druck – und stellte die Defensive der Gäste vor Probleme. Besonders bei Standardsituationen blieb Belgien anfällig.

<p>Kevin De Bruyne zeigte nicht seine beste Leistung im Dress der Roten Teufel.</p>
Kevin De Bruyne zeigte nicht seine beste Leistung im Dress der Roten Teufel. | Foto: Photo News

Nach 19 Minuten fiel folgerichtig das 1:0: Nach einer Ecke herrschte erneut Unordnung im Strafraum, Jorge Sánchez nutzte die Situation am zweiten Pfosten eiskalt aus. Ein Muster, das sich durch diese Länderspielphase zieht – schon gegen die USA hatten die Roten Teufel nach ruhenden Bällen gewackelt.

Offensive ohne Durchschlagskraft

Im Spiel nach vorne lief zunächst wenig zusammen. Loïs Openda hing weitgehend in der Luft und konnte kaum als Anspielstation dienen. Auch das Mittelfeld um De Bruyne, Witsel und Tielemans brachte zu wenig Struktur ins Spiel. De Bruyne ließ sich zunehmend tief fallen, um überhaupt Ordnung ins belgische Spiel zu bringen – sichtbar frustriert über die vielen ungenauen Pässe.

Die erste echte Chance ließ entsprechend lange auf sich warten: Erst kurz vor der Pause kam De Cuyper zu einem Abschluss, der knapp am Tor vorbeiging. Insgesamt blieb die erste Halbzeit aus belgischer Sicht enttäuschend.

Lukebakio als Lichtblick

<p>Doki Lukebakio war für die Belgier erfolgreich.</p>
Doki Lukebakio war für die Belgier erfolgreich. | Foto: Photo News

Nach der Pause zeigte Belgien ein etwas anderes Gesicht – und hatte einmal mehr Dodi Lukebakio zu verdanken, dass das Spiel nicht verloren ging. Nach Zuspiel von Youri Tielemans zog der Offensivspieler nach innen und zirkelte den Ball sehenswert ins lange Eck (46.).

Ein Treffer mit Wiedererkennungswert: Schon gegen die USA hatte Lukebakio auf ähnliche Weise getroffen. Insgesamt kommt der Benfica-Akteur damit auf drei Tore in zwei Spielen während dieser USA-Reise – und unterstreicht eindrucksvoll seine Rolle als gefährlicher Unterschiedsspieler.

Mehr Kontrolle – aber wenig Ertrag

Mit zunehmender Spielzeit übernahmen die Belgier mehr Kontrolle. Über die Flügel kam mehr Dynamik ins Spiel, auch durch die Einwechslungen von Jérémy Doku, Charles De Ketelaere und Amadou Onana. Doku sorgte sofort für Unruhe, konnte dem Spiel aber dieses Mal nicht seinen Stempel aufdrücken wie noch gegen die USA.

Foto: belga

Auch Debütant Lucas Stassin erhielt seine ersten Minuten im Nationaltrikot.

Trotz der Leistungssteigerung blieb es beim 1:1. Die ganz großen Chancen blieben aus, und Mexiko verteidigte das Remis letztlich ohne größere Probleme.

Damit endet ein einwöchiges Trainingslager in den USA mit gemischten Eindrücken. Während der klare Sieg gegen die USA Mut machte, offenbarte das Spiel gegen Mexiko die Abhängigkeit von Schlüsselspielern – und bekannte Schwächen bei Standards.

<p>Cheftraine Rudi Garcia</p>
Cheftraine Rudi Garcia | Foto: belga

Für Trainer Rudi Garcia bleiben wichtige Baustellen. Klar ist: Ohne Führungsspieler wie De Bruyne in Topform oder Kreativspieler wie Doku wird es für Belgien schwierig, Spiele zu kontrollieren.

Bereits am Mittwoch kehrt die Mannschaft nach Belgien zurück. Ende Mai wird Garcia seinen Kader für die Weltmeisterschaft bekannt geben.

Zuvor stehen noch zwei Testspiele auf dem Programm: gegen Kroatien (2. Juni) und Tunesien (6. Juni). Bei der WM trifft Belgien in der Gruppenphase auf Ägypten (15. Juni – 21 Uhr belgischer Zeit), Iran (21. Juni – 21 Uhr belgischer Zeit) und Neuseeland (27. Juni – 05.00 Uhr belgischer Zeit).

Namen · Fakten

Mexiko: Rangel – Sánchez (68. Reyes), Montes (Kapitän), Vásquez, Gallardo – Quiñones (68. Vega), Pineda (68. Alvarado), Fidalgo, Gutiérrez (85. Sánchez), Lira – Jiménez (68. González)

Belgien: Sels – De Cuyper (72. Saelemaekers), De Winter (72. Debast), Ngoy (72. Theate), Castagne (64. Meunier) – Witsel (64. Raskin), Tielemans (Kapitän) (64. Onana), De Bruyne (72. Seys) – Lukebakio (72. Stassin), Godts (64. Doku), Openda (64. De Ketelaere)

Tore: 1:0 Sánchez (19.), 1:1 Lukebakio (46.)

Gelbe Karten: Mexiko: Quiñones (11.), Sánchez (64.) - Belgien: Castagne (39.), De Cuyper (68.), Theate (77.)

Schiedsrichter: Rosendo Mendoza (USA)

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