Zwei große Verstorbene im ostbelgischen Frühling

Der Nachruf von Carlo Lejeune auf Dr. Klaus Pabst war bestens informiert, pointiert und objektiv. Für dieses lesenswerte Format sei ihm gedankt; der Beitrag sollte im Geschichtsunterricht unserer Lehranstalten Pflichtlektüre werden. Bedeutende Gemeinsamkeiten werden deutlich.

Ostbelgien hat im Monat März zwei starke Persönlichkeiten verloren: Dr. Klaus Papst und Ritter Alfred Bourseaux. Beide waren Land und Leuten tief verbunden, ihre Lebensleistung stand in diesem Dienst.

Bis ins hohe Alter sind sie ihrem Engagement treu geblieben, hochgeachtet und den Menschen auf eine unprätentiöse und demütige Weise nahe. Schwierige Geschichte und geopolitische Verbindungen im belgisch-deutschen Grenzland waren ihnen eine Herzensangelegenheit. Dr. Papst ist es bereits 1964 im Vorfeld der Kulturautonomie gelungen, Vorurteile, Missverständnisse und Ressentiments in diesem sensiblen Kontext mit stichhaltiger Kompetenz zu entdramatisieren. Ritter Bourseaux schaffte es als Krönung seines Lebenswerkes, die Staatsoberhäupter der deutschsprachigen Länder Europas zu einer gemeinsamen Begegnung mit dem belgischen König in Eupen zu empfangen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war dieser Termin eine historische Reise von Berlin nach Ostbelgien wert. Noch in den 70ger Jahren gab es dazu in der Bundesrepublik diplomatische Scheu. Nach der Südtirol-Krise sollten keine falschen Eindrücke entstehen. Bundespräsident Walter Scheel lehnte eine „Westpolitik“ vor den Toren Aachens vehement ab. Bundespräsident Johannes Rau starb zu früh, um den Eupener Werthplatz seines verehrten Malers Walter Ophey noch zu besuchen. Als es Ritter Bourseaux gelang, zurückhaltende Bedenken auszuräumen, war Dr. Pabst über das symbolische Großereignis der ostbelgischen Geschichte tief gerührt. Zwei Persönlichkeiten, zwei Pioniere, still und couragiert. Chapeau!

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