Geschäftsführer Mitchel Kukenheim erklärt, dass die Idee schon seit Jahren bestehe: „Wir haben das Konzept vor langer Zeit auf einer Fachmesse in den USA entdeckt“, sagt er. „Damals ging es um eine Achterbahn, die bewusst durch ein bestehendes Gebäude geführt wird. Das ist uns nie mehr aus dem Kopf gegangen.“ In den vergangenen Monaten sei der Kontakt zu den Entwicklern erneut intensiviert und das Projekt konkretisiert worden. „Jetzt sehen wir die Möglichkeit, als erster Standort in Belgien eine solche Bahn umzusetzen und dabei unsere Außenfläche von rund einem Hektar zu nutzen.“
Die Anlage erreicht eine Höhe, die deutlich über das Hallendach hinausgeht.
Nach seinen Worten ist die geplante Erweiterung Teil einer langfristigen Strategie: „Die Nachfrage wächst und die Konkurrenz schläft nicht“, sagt Kukenheim. „Man muss sich also weiterentwickeln und gleichzeitig etwas anbieten, das nicht alltäglich ist.“ Die Strecke wird dabei eine Länge von 1.670 Metern beinhalten und die Züge sollen auf den Geraden eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 153 Stundenkilometern erreichen. Vorgesehen sind zwei Beschleunigungsabschnitte, darunter ein Abschnitt, in dem die Bahn auch rückwärts mit Hochleistungsschub beschleunigen kann. Die maximale Höhe soll bei rund 32 Metern liegen. Der höchste Punkt würde damit sichtbar über das bestehende Hallendach hinausragen.
„Von der Art und Größe her kann man die Bahn mit ,Taron‘ im Phantasialand vergleichen“, sagt Kukenheim. „Auch bei uns wird es eine Stahlachterbahn mit schnellen Richtungswechseln, engen Kurven und kräftigen Beschleunigungen.“ Der Unterschied liege in einer weiterentwickelten Technik. „Unsere Version ermöglicht zusätzlich eine Rückwärtsbeschleunigung im regulären Fahrverlauf. Genau das soll den besonderen Reiz ausmachen.“
Nach aktuellem Stand sollen pro Tag bis zu 400 Fahrgäste befördert werden können. Geplant sind Züge mit jeweils sechs Wagen und insgesamt 24 Sitzplätzen. Die reine Fahrzeit würde bei knapp zwei Minuten liegen. Außerdem ist von einer Licht- und Soundinszenierung die Rede, die den Streckenabschnitt durch das Gebäude begleiten.
Im Inneren des ActionCenters sind dafür mehrere Umbauarbeiten vonnöten. „Die Strecke soll unter anderem durch das Lasergame und die Karthalle verlaufen“, erklärt Mitchel Kukenheim. „Ein weiterer Teil führt am Bowling vorbei. Dort wird eine Glasfront eingebaut, damit man die Achterbahn vorbeirauschen sieht.“ Gerade diese Verzahnung mit den bestehenden Angeboten sei aus Sicht des Unternehmens ein entscheidender Pluspunkt.
Für die neue Attraktion ist der Name „EdgeRunner“ vorgesehen. Wie Mitchel Kukenheim erklärt, sei die Bezeichnung bewusst gewählt worden. „Der Name funktioniert auf mehreren Ebenen. Die Achterbahn läuft an vielen Stellen eng an Gebäudeteilen, Glasfronten und Hallenrändern entlang. Gleichzeitig sind wir hier in einer Grenzregion. Dieses Motiv des ,Edge‘, also des Randes oder der Kante, passt deshalb sehr gut zu unserem Standort und zum Charakter der Anlage.“
Auch wirtschaftlich ist das Vorhaben für den Betreiber ein großer Schritt. „Das ist natürlich ein erheblicher Kostenpunkt“, sagt Kukenheim. „Auf der Messe damals war von zwei Millionen Euro die Rede, heute liegen wir eher beim Doppelten.“ Dass sich eine solche Investition auch auf die Preisgestaltung auswirken werde, sei absehbar. Die Bahn solle deshalb möglichst in Gesamtpakete eingebunden werden. Nur für eine Achterbahn allein, so die Überlegung, fahre nicht jeder eigens nach Grüfflingen.

Mittlerweile haben im Außenbereich erste Arbeiten zur Befestigung des Untergrunds bereits begonnen. Derzeit gehe es vor allem darum, Fundamente für die Stützen vorzubereiten. „Die Hauptarbeit liegt im Tiefbau und in den Anpassungen am Gebäude“, sagt Kukenheim. Wenn alles nach Plan laufe, könne die neue Attraktion Ende Sommer oder Anfang Herbst in Betrieb gehen.
Lärm- und Sicherheitsfragen spielen bei der Planung eine zentrale Rolle.
Besonders eng sei im Vorfeld mit der Gemeinde zusammengearbeitet worden. „Die Genehmigung war ein sensibles Thema, aber wir haben sehr konstruktive Gespräche geführt“, sagt der Geschäftsführer. Im Mittelpunkt hätten dabei Statik, Sicherheit, Verkehrsführung und die Einbindung in das bestehende Umfeld gestanden. Größere Bedenken wegen zusätzlicher Lärmbelastung sieht er nicht. „Abgesehen vom Schreien der Fahrgäste erwarten wir draußen keine deutlich höhere Geräuschkulisse“, sagt Kukenheim.
Sollte das Projekt wie geplant umgesetzt werden, bekäme Grüfflingen eine Attraktion, mit der das ActionCenter im ostbelgischen Freizeitbereich neue Wege gehen würde. Ob „EdgeRunner“ am Ende tatsächlich zum Besuchermagneten über die Region hinaus wird, dürfte sich zeigen. Gesprächsstoff liefert die Ankündigung aber schon jetzt.

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