Mit nur noch einem Punkt Rückstand auf die Play-off-Ränge und auf den RFC Lüttich ist die AS Eupen drei Spieltage vor dem Ende der regulären Saison noch im Rennen um einen Platz in der Endrunde. Unabhängig davon, ob die Mannschaft von Trainer Bruno Pinheiro ihr Saisonziel erreicht und in drei Play-off-Runden (jeweils mit Hin- und Rückspiel) die Rückkehr in die 1. Division in Angriff nehmen wird, herrscht anderweitig Klarheit: Die „Pandas“ kehren dem Kehrwegstadion den Rücken. Die im Zuge des ersten Aufstiegs in die höchste Spielklasse (2010) umgebaute und modernisierte Spielstätte wird den Anforderungen und Ambitionen des neuen Eigentümers aus Katar nicht mehr gerecht.
Nord- und Südkurve: Fans aus Eupen und der Eifel sollen zunächst getrennt werden.
Trotz einer zuletzt teils ausbaufähigen Auslastung des 8.300 Zuschauer fassenden Kehrwegstadions hatte die AS Eupen an der Seite von QSI zuletzt sämtliche Optionen geprüft – dabei lagen viele Möglichkeiten auf dem Tisch: der Verbleib am Kehrweg, ein aufwendiger Umbau der bestehenden Infrastruktur, ein Umzug in Autobahnnähe oder gar in eine der angrenzenden Gemeinden. Überraschend entschied sich der 1945 gegründete Verein nun für einen radikalen Schritt: In unmittelbarer Nähe zu Mont Rigi soll zeitnah der Grundstein für ein neues und modernes Stadion gelegt werden.
Der Neubau im Hohen Venn ist nicht dem Zufall geschuldet: Laut von offizieller Seite nicht bestätigten Meldungen befindet sich das weitläufige Gelände bereits seit Jahren im Besitz des Emirs von Katar – so geraten auch alle formalen Abläufe in eine Art Stromschnelle. Die Bürgermeister aus Eupen und Weismes wollten sich auf Nachfrage nicht zu den jüngsten Entwicklungen äußern. Interessant wäre in diesem Zusammenhang gewesen, wie die Stadt Eupen mit dem Kehrwegstadion plant, das ohne echten Nutzer zum Millionengrab werden könnte. Zudem liegt auf der gegenüberliegenden Straßenseite bereits das ehemalige Hallenbad seit Jahren brach.

Die Verbindungen der AS Eupen in das Emirat enden nicht mit dem Grundstück für das neue Stadion: Zu den Plänen gehört auch, dass zumindest ein Teil des für die Weltmeisterschaft 2022 errichteten „Container-Stadions“ (Stadium 974) nach Ostbelgien verschifft und dort wieder aufgebaut wird. Das wiederum meldete der Belgische Rundfunk „BRF“ und beruft sich dabei auf eigene Quellen. Voraussichtlich zur Saison 2028/2029 soll der AS Eupen ein 40.000 Zuschauer fassendes Stadion zur Verfügung stehen, die Namensrechte möchte der Klub zunächst nicht abtreten. „PandArena“ soll stattdessen – in Anspielung auf den Spitznamen der AS Eupen im Landesinneren – der Name der Arena lauten. Unklar ist, wie die AS-Fans auf die Neuigkeiten reagieren – immerhin verlängert sich ihre Anreise zu Heimspielen nun deutlich.
Stadt Eupen droht nach dem ehemaligen Hallenbad das nächste Millionengrab.
Eine neue Verkehrsanbindung zwischen Mont Rigi und der DG-Hauptstadt soll Abhilfe schaffen, eine eigens einberufene Taskforce arbeitet an konkreten Lösungen. Von einer Seilbahn zwischen Mont Rigi und Eupen wollen die Verantwortlichen nach einer negativen Machbarkeitsstudie absehen. Hinter vorgehaltener Hand heißt es aus dem Vereinsumfeld, dass die Annäherung an den Süden Ostbelgiens dazu führen könnte, dass die AS auch in fußballstarken Eifel-Gemeinden auf mehr Akzeptanz stoßen könnte.
Um beide Teile der DG langsam wieder aneinander zu gewöhnen, soll in einer ersten Phase mit „Itsme“ kooperiert werden. In der Praxis lassen sich AS-Fans aus Eupen dadurch unkompliziert von den Mitstreitern aus Amel oder St.Vith trennen und in Nord- und Südkurve unterteilen. So wiederum ließe sich auch das Stadion-Catering besser organisieren – zunächst sollen sowohl Eupener Bier als auch Stella angeboten werden. „Ziel ist, dass schon bald ganz Ostbelgien hinter der AS Eupen steht, sobald sie im Europapokal angreift“, berichten gut unterrichtete Quellen.

Als „Win-win-Situation“ bezeichnen derweil Vertreter aus dem Tourismussektor die Entscheidung der AS Eupen. Die dem Stadion angegliederten Parkplätze würden gerade an schneereichen Tagen für deutlich weniger Chaos auf den Zufahrtsstraßen in Richtung Mont Rigi oder Baraque Michel sorgen. Außerdem sollen Erlebnis- und Gourmetwanderungen über die weltberühmten Stege durch das Venn künftig mit einem Stadionbesuch kombiniert werden. Offen ist, ob die AS Eupen als Erst- oder Zweitligist in ihr neues Stadion zieht. Am Samstag trifft der Tabellensiebte auf Club NXT.

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