Chaostag auf Ostern

Sehr geehrtes Provinzialkomitee, es ist beruhigend zu wissen, dass in Zeiten von Digitalisierung und angeblich intelligenter Planung zumindest eines konstant bleibt: Ihre Fähigkeit, Spielpläne zu erstellen, die jeder Beschreibung spotten.

Nach den wetterbedingten Ausfällen zu Jahresbeginn präsentieren Sie den Klubs ein organisatorisches „Meisterwerk“, das eher als Lachnummer in Erinnerung bleiben wird. Spiele ausgerechnet am Ostersonntag anzusetzen, zeigt dabei ein bemerkenswertes Gespür für Timing: Ein Feiertag, der traditionell im Kreis der Familie verbracht wird, wird kurzerhand zum Spieltag umfunktioniert. Gemeinsame Zeit und familiäre Verpflichtungen scheinen in Ihren Überlegungen keine Rolle zu spielen.

Doch der eigentliche Höhepunkt liegt im Detail: So empfängt die SG Rapid Oudler zeitgleich zwei Gegner auf demselben Spielfeld, während andere Teams – darunter auch ostbelgische Vereine wie Eupen – offenbar gleichzeitig sogar an mehreren Orten antreten sollen. Multitasking wird hier endgültig zur Pflichtdisziplin, Teleportation scheint stillschweigend ins Regelwerk aufgenommen worden zu sein. Und das alles ist kein Einzelfall, sondern System, denn in der P2A, P2B und der P1 sind insgesamt 22 (!!) Klubs in diesem Dilemma.

Besonders bemerkenswert ist dabei, dass die Lösung dieses Chaos nun den Vereinen und ihren Ehrenamtlichen überlassen wird. Dabei sollte es nicht deren Aufgabe sein, Spielpläne zu korrigieren oder unlösbare Konflikte untereinander auszuhandeln.

Vielleicht wäre es an der Zeit, dass das Provinzialkomitee selbst nach praktikablen Lösungen sucht – im Sinne des Sports. Denn hier geht es um Amateurfußballerinnen, die ihrem Hobby mit Freude und Engagement nachgehen, und nicht um Funktionäre, die am grünen Tisch Planspiele betreiben.

Mit sportlichen, wenn auch zunehmend fassungslosen Grüßen.

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