„Agri-Photovoltaik ist mehr als eine Frage von Genehmigungen oder Landschaftsbild“, betonte er im wallonischen Parlament. „Es geht um unsere Böden. Sie sind ein begrenzter Schatz, deren erste Aufgabe die Nahrungsmittelproduktion ist.“ Agri-Photovoltaik könne einen Beitrag zur Erreichung der Klima- und Energieziele leisten, doch müsse klar definiert werden, unter welchen Bedingungen Projekte mit dem landwirtschaftlichen Auftrag vereinbar seien. Die Gefahr bestehe, dass Photovoltaikanlagen unter dem Deckmantel landwirtschaftlicher Nutzung realisiert würden, während die eigentliche Agrartätigkeit nur noch eine symbolische Rolle spiele.
Ähnliches habe Ministerin Dalcq in ihrer Antwort verlauten lassen. Die landwirtschaftliche Aktivität bei diesen Projekten müsse „real, strukturierend und bedeutend“ bleiben. Versiegelte Flächen – etwa Dächer, Parkplätze oder Industriebrachen – sollten daher prioritär betrachtet werden. Zudem habe sie auf eine interministerielle Arbeitsgruppe verwiesen, die an einem klaren Rahmen arbeite.
Für Patrick Spies ist entscheidend, „mit Weitsicht und Vernunft an die Sache heranzugehen – besonders im Hinblick auf das Risiko von Bodenspekulation und den möglichen Verlust wertvoller Nutzflächen“. Eine weitere Piste in diesem Zusammenhang könnten Flächen entlang der Autobahnen sein, die keinerlei landwirtschaftlichen Nutzen haben. Vor dem Hintergrund der Verhandlungen zur Übertragung von Umweltkompetenzen an die DG werde auch die Frage nach dem Umgang mit Agri-Photovoltaik und der Flächennutzung eine entscheidende Rolle spielen. Hier sei wichtig, dass ein ausgewogenes Verhältnis gewahrt bleibt. „Wenn landwirtschaftliche Flächen für die Energieerzeugung genutzt werden, muss die Raumordnung gleichzeitig sicherstellen, dass der Nahrungsmittelproduktion geeignete Flächen zur Verfügung stehen“, sagt Spies.
„Wer über Umwelt und Raum entscheidet, entscheidet auch darüber, wie unsere Landschaft in Zukunft aussieht. Die Verbindung von Energieerzeugung und Landwirtschaft bietet zweifelsohne Chancen, die es zu nutzen gilt. Die landwirtschaftliche Produktion muss jedoch bei jeder Entscheidung der zentrale Maßstab sein. Unsere Felder sind keine reinen Energieflächen, sondern Lebensgrundlage“, so der Regionalabgeordnete. (red/nico)

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