Am kommenden Freitag findet mit dem Abiball der Maria-Goretti-Schule die vorerst letzte Veranstaltung im Saal „Zum Tünnes“ statt, bevor ab der kommenden Woche die ersten Bauarbeiten beginnen.
Pause im Tünnes: KKG Deidenberg startet umfassendes Renovierungsprojekt
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Leserbrief – Infrastruktur auch für den Krisenfall mitdenken
Mit Interesse habe ich den Bericht über die geplante Renovierung des Saals „Zum Tünnes“ in Deidenberg gelesen. Solche Projekte zeigen, wie stark das Vereinsleben in unserer Region vom ehrenamtlichen Engagement vieler Menschen getragen wird. Zahlreiche Vereine und Organisationen leisten einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben in unseren Dörfern und schaffen Orte der Begegnung für ganz unterschiedliche Veranstaltungen.
Beim Lesen kam mir jedoch ein zusätzlicher Gedanke aus der Perspektive des Bevölkerungsschutzes. In Zeiten, in denen zunehmend über Krisenvorsorge und gesellschaftliche Resilienz gesprochen wird – auch auf europäischer und nationaler Ebene und vor dem Hintergrund der aktuellen weltpolitischen Entwicklungen – lohnt es sich vielleicht, bei Investitionen in öffentliche Infrastruktur mitzudenken, ob solche Gebäude neben ihrer wichtigen Rolle für das gesellschaftliche Leben im Bedarfsfall zusätzlich eine Rolle in der Unterstützung der Bevölkerung übernehmen könnten.
Säle und Mehrzweckhallen verfügen häufig über große Räume, Sanitäranlagen und Küchenbereiche – in erster Linie natürlich für Feierlichkeiten und Veranstaltungen ausgelegt. Gleichzeitig bringen sie damit Voraussetzungen mit, die im Krisenfall hilfreich sein können: etwa für die vorübergehende Unterbringung von Menschen über mehrere Tage, für die Versorgung mit Mahlzeiten oder als Sammel- und Anlaufstelle.
Denkbar sind Situationen, in denen eine größere Anzahl von Bewohnern ihre Häuser kurzfristig verlassen muss – etwa nach einem Brand, einem größeren Schaden, infolge von Naturereignissen wie dem Hochwasser von 2021 oder anderen außergewöhnlichen Ereignissen.
Bei Renovierungen oder Neubauten könnte daher mit überschaubarem Aufwand mitgedacht werden, ob beispielsweise Anschlussmöglichkeiten für Notstromaggregate, ausreichende Heizkapazitäten, Optionen für die temporäre Installation von Duschen, Trinkwasseranschlüsse oder auch etwas großzügiger geplante Lagerflächen vorgesehen werden können, die im Bedarfsfall flexibel umgenutzt werden können.
Es geht dabei nicht um zusätzliche Auflagen für einzelne Projekte, sondern um einen allgemeinen Denkanstoß: Wenn öffentliche Mittel in Infrastruktur fließen, kann es sinnvoll sein, auch deren mögliche Rolle in der Krisenvorsorge mitzudenken. Gerade in einer kleinen Region wie der Deutschsprachigen Gemeinschaft kann eine solche vorausschauende Planung dazu beitragen, unsere Gemeinden insgesamt widerstandsfähiger zu machen.
Kurt Hoffmann
Präsident der Deutschsprachigen Rotkreuzgemeinschaft
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