Der Grund ist ein Internet-Hype um den jungen Japanmakaken Punch. Das Tier wurde im vergangenen Sommer im Zoo von Ichikawa nahe Tokio von seiner Mutter verstoßen. Pfleger kümmerten sich um das Jungtier und gaben ihm einen plüschigen Orang-Utan – das IKEA-Modell „Djungelskog“. Seitdem weicht Punch kaum noch von seinem kuscheligen Begleiter. Videos und Fotos davon verbreiteten sich rasend schnell im Netz und rührten Millionen Nutzer.
In Gent bereits ausverkauft
In mehreren Ländern ist der Plüsch-Orang-Utan inzwischen komplett vergriffen – darunter in den USA, Japan und Südkorea. Auch in Belgien steigt die Nachfrage deutlich. In der IKEA-Filiale in Gent ist das Stofftier bereits ausverkauft. Landesweit verkaufte IKEA vergangene Woche dreimal so viele Exemplare wie üblich.
Sprecherin Lotte De Wilde relativiert jedoch: Die verregnete Karnevalsferienzeit könnte ebenfalls eine Rolle spielen. „Viele Menschen verbringen dann einen Tag bei IKEA. Wir können die zusätzliche Nachfrage nicht mit Sicherheit ausschließlich auf den Hype zurückführen“, so De Wilde.
Während einige internationale IKEA-Niederlassungen – etwa in der Schweiz, Spanien oder den Niederlanden – mit Werbekampagnen auf den Trend aufspringen, hält man sich in Belgien zurück. „Wir sind vor allem um das Wohl des Tieres besorgt“, betont die Sprecherin.
Kritik von Tierschützern
Der Rummel blieb nicht ohne Kritik. Die US-Tierschutzorganisation PETA prangerte erneut die „Grausamkeit“ von Zoos an. Dass Punch Trost bei einem Stofftier suche, sei sinnbildlich für die Situation vieler Tiere in Gefangenschaft.
Am Montag verzeichnete der Zoo von Ichikawa mehr als 5.000 Besucher. Um den Stress für die Tiere zu reduzieren, wurde inzwischen eine Pufferzone rund um das Gehege eingerichtet.
Ob Hype oder Zufall – für IKEA sind die plüschigen Orang-Utans derzeit gefragter denn je. (calü)

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