Zweitägiger Streik im deutschen Nahverkehr ausgerufen

<p>Verdi hat ab Donnerstag zu einem bundesweiten Streik des Nahverkehrs aufgerufen.</p>
Verdi hat ab Donnerstag zu einem bundesweiten Streik des Nahverkehrs aufgerufen. | Foto: Marijan Murat/dpa

Die Gewerkschaft Verdi ruft in Deutschland für Freitag und in manchen Regionen auch für Samstag zu Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auf.

Wie Verdi (Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft) mitteilte, sollen die Beschäftigten in fast allen Bundesländern die Arbeit niederlegen. In zahlreichen kommunalen Nahverkehrsunternehmen dürften dadurch an den beiden Tagen so gut wie keine Busse und Bahnen fahren. Der Streik soll am Freitag in den frühen Morgenstunden beginnen und je nach Region bis in die Nacht auf Samstag oder Sonntag andauern.

„Offenbar verstehen die Arbeitgeber immer noch nicht, dass es auf Dauer keine funktionierende ÖPNV-Daseinsvorsorge mehr geben kann, wenn wir jetzt nicht entscheidend die Arbeitsbedingungen verbessern“, sagte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle laut einer Mitteilung. „Die Kolleginnen und Kollegen brauchen dringend Entlastung – und die Arbeitgeber brauchen ein klares Signal, dass wir entschlossen sind, für unsere Forderungen zu kämpfen.“

Große Auswirkungen bei Warnstreik am 2. Februar

Die Gewerkschaft ruft damit zum zweiten Mal in der laufenden Tarifrunde zu deutschlandweiten ÖPNV-Warnstreiks auf. Beim ersten Mal am 2. Februar waren die Auswirkungen groß: In weiten Teilen des Landes kam der öffentliche Nahverkehr nahezu komplett zum Erliegen. Zudem bestreikt die Gewerkschaft dieser Tage immer wieder regional die Nahverkehrsunternehmen in einzelnen Bundesländern und Städten, zuletzt etwa in Hessen und Bayern.

Verhandlungen vor allem über Arbeitsbedingungen

In den Tarifverhandlungen, die in allen 16 Bundesländern meist mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden geführt werden, fordert Verdi insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen – etwa durch kürzere Wochenarbeitszeit und Schichtzeiten, längere Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende.

„Die Verhandlungen kommen insgesamt kaum voran, obwohl es in einzelnen Bereichen schon vier Runden gab“, sagte die stellvertretende Verdi-Chefin Behle. Das sei „mehr als enttäuschend“.

Auch die Arbeitgeber beklagten zuletzt den fehlenden Fortschritt bei den Verhandlungen. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), das größte ÖPNV-Unternehmen in Deutschland, kritisierten beispielsweise, dass Verdi bisher nicht klargemacht habe, welche Forderungen die Gewerkschaft besonders wichtig findet.

Noch offen ist, ob in Baden-Württemberg, bei der Hamburger Hochbahn und den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein gestreikt wird - hier sollen die Entscheidungen heute und im weiteren Verlauf der Woche fallen. Von Streiks ausgenommen ist Niedersachsen, dort gilt noch bis Ende März eine Friedenspflicht. (dpa/calü)

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