Wie tot sind Organspender wirklich?

Am 3. Dezember 1967 gelang es Prof. Barnard in Kapstadt erstmals, ein Herz zu transplantieren. Die Welt jubelte angesichts dieser modernen medizinischen Errungenschaft. In diese Euphorie passte natürlich nicht die Frage, woher Prof. Barnard dieses schlagende Herz hatte.

Aber diese Frage war der Ausgangspunkt für eine neue Todesdefinition. Das Zauberwort hieß nun Hirntod, was mit der klassischen Todesdefinition nichts mehr zu tun hatte, um aus dem Dilemma herauszukommen. Eine einheitliche „Hirntod“-Definition gibt es weltweit in der Medizin nicht.

In Deutschland gibt es derzeit nach den Richtlinien der Bundesärztekammer die sogenannte Ganzhirntod-Definition. Das Dilemma ist, dass man als pozentieller Spender so tot wie möglich sein möchte und als Organ-Empfänger diese Organe so frisch und lebendig wie möglich erhalten möchte.

Prof. Dr. Linke, Neurophysiologe und -chirurg, Bonn, fragt: „Kann ein Mensch für tot angesehen werden, wenn 97 % seiner Körperzellen noch funktionieren, aber nur 3 %, die sein Gehirn ausmachen, ausgefallen sind?“ Wollte man sich also nicht dem Vorwurf des Totschlags oder gar Mordes aussetzen und dennoch Organe zur Transplantation gewinnen, so musste schlicht und einfach der Todeszeitpunkt vorverlegt werden. Das hat man 1968 getan.

Prof. Dr. Linke führt hierzu aus: „Der Organismus stirbt während der Operation (Explantation) im Rahmen der Kochsalz-Durchspülung des Kreislaufsystems ab.

Es gibt Philosophen, die dies als Mord bezeichnet haben. Einige liberal-progressive Denker bezeichnen die Organentnahme beim Hirntoten als Gestattung einer Ausnahme vom Euthanasieverbot.“ Weitere nützliche Infos hierzu: https://www.aktion-leben.de/unsere-themen/beratung-organspende/

Kommentare

  • Und wieder meinen religiöse Eiferer, die Deutungshoheit darüber inne zu haben, was denn nun Leben oder Tod sind... Despektierlich.

    H¨ält man bei den Erleuchteten allen Ernstes einen Körper für "lebendig", der nicht mehr autonom funktionieren kann, weil alle (!) Hirnfunktionen unumkehrbar ausgefallen sind? Wenn die "3%" nicht mehr funktionieren, dann kann der Rest auch nicht mehr funktionieren, denn die verbleibenden 97% werden von den 3% gesteuert. Das dürfte eigentlich nicht so schwer zu verstehen sein - aber im "Glauben" glaubt man wahrscheinlich noch an Zombies.

    Zum Glück beruhen die strengen Gesetze rund um Organspende auf wissenschaftlichen und medizinischen Fakten und Erkenntnissen, und nicht darauf, was so manch ein religiös Erleuchteter von Leben und Tod hält...

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