Auf Plattformen wie Amazon Mechanical Turk oder SurveyMonkey werden regelmäßig Online-Befragungen durchgeführt. Forschende warnen, dass 30 bis 90 Prozent der Antworten manipuliert oder automatisiert erzeugt sein könnten.
Es habe sich eine regelrechte Industrie entwickelt, bei der Fragebögen automatisiert ausgefüllt werden, um Geld zu verdienen.
Klassische Kontrollmechanismen reichen nicht mehr
Bisher konnten Forschende verdächtige Antworten relativ gut erkennen – etwa extrem schnelle Bearbeitung oder stereotype Antwortmuster. Doch moderne KI-Systeme, sogenannte Large Language Models (LLM), erzeugen plausibel wirkende, differenzierte Antworten.
CAPTCHA-Systeme („Bestätigen Sie, dass Sie kein Roboter sind“) verlieren ebenfalls an Wirkung, weil KI diese Tests zunehmend besteht. Laut dem Daten- und KI-Experten Andres Algaba müsse das Problem „fundamental neu gedacht“ werden.
Besonders heikel: Politische Gruppen könnten KI gezielt einsetzen, um Umfragen in eine bestimmte Richtung zu beeinflussen und so öffentliche Debatten zu verzerren.
Auch Telefonumfragen nicht sicher
Selbst telefonische Befragungen gelten nicht mehr als verlässlicher Ausweg. Moderne Text-to-Speech-Systeme erzeugen täuschend echte Stimmen. Deepfake-Technologien machen es möglich, auch hier automatisiert aufzutreten.
Langfristig könnten nur strengere Identitätsprüfungen – etwa über offizielle Verifikationssysteme oder personalisierte Zugänge – sicherstellen, dass jede reale Person nur einmal teilnimmt.
Fluch und Segen zugleich
Trotz der Risiken bietet KI enorme Chancen für die Wissenschaft. Unternehmen wie Google DeepMind und OpenAI berichten von erfolgreichen Kooperationen zwischen KI-Systemen und Forschenden in Mathematik, Ökonomie und Physik. (ag)

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