„Belgien verliert seinen größten Botschafter der Opernkunst, die Welt eine Legende“, erklärte die Institution. Für die Musikkapelle gehe mit Van Dam nicht nur ein herausragender Künstler, sondern auch ein Mentor und eine prägende Persönlichkeit verloren. Der Bariton-Bass, geboren am 25. August 1940 in Ixelles, studierte Gesang am Königlichen Konservatorium in Brüssel. Nach Abschluss seiner Ausbildung trat er an der Pariser Oper auf.
Zwischen 1967 und 1973 stand er in Berlin als Leporello in Mozarts „Don Giovanni“ auf der Bühne. Internationalen Ruhm erlangte er mit Auftritten an der Mailänder Scala, an der Metropolitan Opera in New York sowie in Wien und London. Ob als monumentaler Franz von Assisi oder als Don Quichotte – Van Dam habe stets der Wahrheit der Figur gedient und nie dem bloßen Applaus, würdigte die Musikkapelle sein Wirken.
Seit 2004 war José Van Dam als „Maître en résidence“ an der Musikkapelle tätig. 2023 übergab er die Verantwortung, blieb der Einrichtung jedoch als „Maître Emeritus“ verbunden. 1998 wurde er in den Adelsstand erhoben und zum Baron ernannt. Er stand der belgischen Königsfamilie nahe und sang 2014 bei den Trauerfeierlichkeiten für Königin Fabiola Werke von Bach und Schubert. 2004 verlieh ihm das Königliche Konservatorium Antwerpen den Titel „Maestro Honoris Causa“.
Die Ministerpräsidentin und Kulturministerin der Französischen Gemeinschaft, Elisabeth Degryse, würdigte den Künstler als bedeutenden Botschafter Belgiens auf den großen Opernbühnen der Welt. Mit seinen unvergesslichen Interpretationen habe er Generationen von Musikliebhabern und Künstlern geprägt. José Van Dam sei „friedlich“ im Kreis seiner Angehörigen gestorben. (belga/rt)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren