Allein im Januar 2026 wurden 521 neue Schutzstatuten gewährt. Insgesamt lag die Zahl der anerkannten Schutzberechtigten zum 31. Januar 2026 bei 101.536 Personen. Die Europäische Union hatte den Status des „vorübergehenden Schutzes“ Anfang März 2022 erstmals aktiviert. Er wurde mehrfach verlängert und gilt inzwischen bis März 2027. Das Verfahren ermöglicht eine schnelle Aufnahme mit Zugang zu Bildung, Sozialleistungen und Arbeitsmarkt – außerhalb des klassischen Asylverfahrens.
Deutlicher Rückgang seit 2022Nach einem starken Anstieg im Frühjahr 2022 – mit bis zu 1.500 bis 2.000 Registrierungen pro Tag – gingen die Zahlen rasch zurück. 2022 wurden 63.356 Schutzstatuten erteilt, 2023 waren es 15.626, 2024 13.277 und 2025 noch 8.756.
Von den im Jahr 2025 registrierten Personen waren 52 Prozent Frauen oder Mädchen und 48 Prozent Männer oder Jungen. 41 Prozent waren zwischen 18 und 34 Jahre alt, 22 Prozent minderjährig. Seit Beginn der Schutzregelung wurden rund 1.700 registrierte Minderjährige als unbegleitet gemeldet.
Aktuelle SituationVon insgesamt 101.015 Begünstigten sind 70.636 im Nationalregister eingetragen. 22.594 Personen wurden ausgetragen, weil sie Belgien verlassen haben oder verstorben sind.
Nach Angaben von Eurostat profitierten Ende 2025 rund 4,3 Millionen Ukrainer in der Europäischen Union vom vorübergehenden Schutz. Die meisten Flüchtlinge nahmen Deutschland, Polen und Tschechien auf. Gemessen an der Bevölkerungszahl liegt Belgien im Mittelfeld der Mitgliedstaaten mit einem Verhältnis von fünf bis unter zehn ukrainischen Vertriebenen pro 1.000 Einwohner.
Der starke Zustrom machte in allen drei Regionen Belgiens die rasche Einrichtung von Unterkünften erforderlich. In der Wallonie wurden zeitweise bis zu 2.925 Personen in vertraglich geregelten Unterkünften untergebracht. Inzwischen wurde die Kapazität schrittweise reduziert.
In Flandern schlossen in den vergangenen Monaten die Notaufnahmezentren in Antwerpen und Mechelen, jenes in Gent bleibt bis Frühjahr 2027 geöffnet. Auch die Region Brüssel verlängerte bis März 2027 die Genehmigungsfreiheit für Infrastrukturen zur Unterbringung ukrainischer Flüchtlinge.
Zwei temporäre Notfallzentren – das Zentrum Ariane des Roten Kreuzes Flandern mit derzeit 130 Plätzen sowie das Zentrum Marie Curie in Brüssel mit 25 Plätzen – dienen weiterhin als Übergangslösung. Vier Jahre nach Kriegsbeginn ist die Aufnahme in Belgien damit stärker auf Dauer angelegt als auf eine kurzfristige Nothilfe. (belga/rt)

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