Frankreichs Außenminister zu Rubio-Rede: Ändert unsere Strategie nicht

<p>Jean-Noël Barrot</p>
Jean-Noël Barrot | Foto: Kay Nietfeld/dpa

Aus Sicht von Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot ändert die Rede von US-Amtskollegen Marco Rubio bei der Münchner Sicherheitskonferenz nichts am eigenen Kurs. Barrot sagte, er verstehe, warum die Rede positiv aufgefasst wurde, aber „wird das unsere Strategie ändern? Natürlich nicht!“

Man werde ein starkes, unabhängiges Europa abliefern, „ungeachtet der Reden, die wir bei der Münchner Sicherheitskonferenz hören, wie gescheit sie auch sein mögen“. Auf die Frage eines Journalisten, ob die Rede ihn beruhigt habe, entgegnete Barrot: „Sehe ich so aus, als müsste ich beruhigt werden?“ Dennoch sagte der Minister, auf ein gemeinsames Vermächtnis zu verweisen, könne in Europa nur mit Applaus entgegengenommen werden. Auch der Gedanke, dass manche Herausforderungen nicht von einem Land allein gelöst werden könnten, finde in Europa natürlich Anklang. Rubio hatte Europa in seiner Rede nach tiefen Verwerfungen in den transatlantischen Beziehungen in den ersten Monaten der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump die Hand gereicht. „Unser Schicksal ist und bleibt untrennbar mit Ihrem verbunden“, sagte er. Den Vereinigten Staaten liege die gemeinsame Zukunft sehr am Herzen.

Kommentare

  • „Er habe Seufzer der Erleichterung gehört, sagt Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der MSC, nach Rubios Rede.“
    So so, Seufzer der Erleichterung nach ein paar warmen Worten.

    Nachdem voriges Jahr der finstere JD Vance den „bad cop“ abgegeben hatte, nun also der „good cop“, oder wie im Märchen, der böse Wolf hat Kreide gefressen.
    Und die europäischen Geißlein sind ganz „erleichtert“ und öffnen die Haustür.

    Zum Glück scheinen nicht alle darauf hereingefallen zu sein. Einzelne Anzeichen dafür, dass Europa endlich aus seiner Unterwürfigkeit erwacht, scheint es zu geben. Ob sie von Dauer sind oder doch wieder im traditionellen Gezänk untergehen, muss sich noch erweisen.
    Ungarns Regierungschef Orban jedenfalls hat schon Farbe bekannt: die EU ist für ihn eine „Unterdrückungsmaschinerie“. Und Italiens Meloni vollführt eine halbe Pirouette als „Beobachterin“ zu Trumps unsäglichem „Friedensrat".

    Versteckt unter Komplimenten übersehen manche diese Drohung:
    „Präsident Trump sei entschlossen, diesen Niedergang zu beenden und dem westlichen Modell wieder Dominanz zu verschaffen. „Wir ziehen es vor, das gemeinsam mit Europa zu tun.“ Aber: „Wir sind auch vorbereitet, wenn wir es allein tun müssen.“
    Stichwort „Dominanz“! Wer statt „westlichem“ Modell, das Trump gerade brutal zerschlagen hat, „Trumpsches“ Modell liest, liegt richtig, und wer da „dominieren“ will, ist doch wohl klar.

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