Arbeitslosenzahlen in der DG steigen auf 7,1 Prozent

<p>Nach Angaben des Arbeitsamtes der Deutschsprachigen Gemeinschaft ist die Zahl der Arbeitslosen 2025 wieder leicht angestiegen.</p>
Nach Angaben des Arbeitsamtes der Deutschsprachigen Gemeinschaft ist die Zahl der Arbeitslosen 2025 wieder leicht angestiegen. | Archivfoto: David Hagemann

Ende Dezember 2025 lag die Zahl der Vollarbeitslosen in der DG bei 2.684 Personen. Das ist eine Steigerung im Vergleich zum Dezember des Vorjahres (+146 Personen). Die Arbeitslosenquote liegt mit 7,1 Prozent etwas über dem Vorjahresniveau (6,8 %). Aber nur rund die Hälfte dieser erwerbslosen Personen bezieht Arbeitslosenunterstützung, wie das Arbeitsamt der DG (ADG) meldet. Im Vergleich zum vierten Quartal des Jahres 2024 ist die Arbeitslosenzahl in der DG um 4,8 % (oder 124 Personen) gestiegen. Auch über das gesamte Jahr 2025 hinweggesehen, liegt demnach ein Anstieg der durchschnittlichen Arbeitslosenzahl um knapp 5 % vor. „Es steigt nach wie vor insbesondere die Zahl der Personen, die kein Arbeitslosengeld beziehen und freiwillig eingetragen sind. Dieser Anstieg ist darauf zurückzuführen, dass ab September 2023 die Regeln der Ein- und Austragung angepasst wurden. Diese Anpassung verfolgte das Ziel, mehr Arbeitsuchende als bislang zu erfassen, um breiter informieren, begleiten und vermitteln zu können“, teilt das Arbeitsamt mit. Deshalb würden die freiwillig Eingetragenen nicht mehr automatisch nach drei Monaten aus der Datenbank ausgetragen, sondern erst dann, wenn sie explizit keine Eintragung mehr wünschen. „Da dies nicht immer mitgeteilt wird, erhöht sich der Bestand kontinuierlich“, so das Arbeitsamt. Doch auch die Zahl der Arbeitslosengeldempfänger steigt allmählich wieder leicht an ( um 4 % zum gleichen Quartal des Vorjahres). Die Zahl der Schulabgänger liegt hingegen um zehn Prozent niedriger als im Vorjahresquartal. Und auch die Zahl der Sozialhilfeempfänger liegt derzeit um 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau, nachdem im Herbst im Austausch mit den ÖSHZ die Datenbestände „bereinigt“ werden konnten.

Nur rund die Hälfte der Arbeitslosen insgesamt bezieht derzeit Arbeitslosenunterstützung (51 %), während etwa 14 % Eingliederungseinkommen seitens eines ÖSHZ beziehen (zuzüglich eines Teils der Ukraine-Flüchtlinge). Weitere 13 % (oder rund 350 Personen) sind freiwillig eingetragene Arbeitsuchende, die keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben. Hinzu gekommen sind seit Beginn 2024 auch Langzeiterkrankte, die sich freiwillig für das Wiedereingliederungsprogramm „Rückkehr ins Arbeitsleben“ gemeldet haben. Ihre Zahl liegt mittlerweile bei 100 Personen. Im Kanton Eupen bleibt die Arbeitslosenquote mit 9,3 Prozent nach wie vor deutlich höher als in der Eifel, wo die Quote bei 4,0 % liegt. Die Arbeitslosenquoten nach Geschlecht liegen mit 7,0 % bei den Männern und 7,3 % bei den Frauen fast gleichauf. Rund ein Drittel der Arbeitslosen in Ostbelgien (31 %) ist älter als 50 Jahre, und davon die Hälfte sogar älter als 60 Jahre. Die Zahl der eingetragenen Schulabgänger ist in diesem Jahr niedriger als 2024, dadurch ist auch der Anteil der Unter-25-Jährigen mit 13 % etwas niedriger als im Vorjahr. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr betraf im letzten Quartal vor allem die 40-49-Jährigen. Mehr als die Hälfte der Arbeitslosen (53 %) ist seit mehr als einem Jahr arbeitslos und zählt damit zu den Langzeitarbeitslosen. Im Vergleich zum Vorjahr ist vor allem die Zahl der Personen mit einer Dauer der Arbeitslosigkeit von eins bis zwei Jahren deutlich gestiegen, was den Angaben zufolge unter anderem auf die oben erwähnten Regeländerungen zurückzuführen sein dürfte. Rückläufig ist hingegen die Zahl der Kurzzeitarbeitslosen und derjenigen mit einer Dauer von mehr als fünf Jahren. Die Arbeitslosenquote in der DG ist ähnlich hoch wie in Flandern (7,2 % im Dezember). Allerdings werden in Flandern im Gegensatz zu den anderen Regionen auch die Arbeitsuchenden in Ausbildung mit zur Arbeitslosigkeit gezählt. In der Wallonie ist die Quote mit 17,2 % mehr als doppelt so hoch, ebenso in Brüssel mit 17,6 %.

Ein Indiz für die Entwicklung der Nachfrage nach Arbeitskräften ist auch die Zahl der beim Arbeitsamt aufgegebenen offenen Stellen. Auch wenn nicht alle Stellenangebote dem Arbeitsamt gemeldet werden, spiegelt diese Zahl die konjunkturelle Entwicklung zumeist recht gut wider. So wurden im vierten Quartal 2025 dem Arbeitsamt 241 offene Stellen gemeldet (ohne Interim-Stellen), davon 88 Prozent von ostbelgischen Arbeitgebern. Dies ist ein leichter Rückgang zum Vorjahr. Allerdings ist dieser Rückgang weniger auf Stellenangebote der hiesigen Arbeitgeber als auf eine rückläufige Nachfrage aus dem belgischen Inland zurückzuführen. (red/sc)


Weitere Informationen, Tabellen und Grafiken finden Sie unter: www.adg.be/statistik

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